đŸȘž Physik und KI erschaffen gemeinsam einen echten LĂŒgenspiegel

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Eine „3“, eine „5“ oder eine „7“ kann an dieses GerĂ€t gesendet werden, doch die Kamera empfĂ€ngt immer eine „8“. Das ist das Prinzip des „LĂŒgenspiegels“, der an der University of California in Los Angeles entwickelt wurde. Er erkennt die Ziffer nicht zuerst, um anschließend ein falsches Bild zu erzeugen: Seine OberflĂ€che verĂ€ndert direkt das Licht, das die Bildinformation trĂ€gt.

FĂŒr das Experiment projizierten die Forschenden optische Muster, die verschiedene handgeschriebene Ziffern darstellten. Das Licht, das diese Muster transportiert, trifft anschließend auf eine OberflĂ€che aus zahlreichen Mikrospiegeln. Nach der Reflexion zeichnet eine Kamera im vorgesehenen Bereich das resultierende Bild auf. UnabhĂ€ngig von der getesteten Ziffer wurde das GerĂ€t so eingestellt, dass immer dieselbe falsche Ziffer erscheint: eine „8“.

Prinzip des „LĂŒgenspiegels“, der verschiedene Eingangsbilder in falsche Muster umwandelt. Das GerĂ€t bleibt trotz Drehungen, GrĂ¶ĂŸenĂ€nderungen, Verschiebungen, Rauschen oder unbekannten Bildern wirksam.

Um zu verstehen, was geschieht, muss man die Vorstellung eines versteckten Bildschirms hinter dem Spiegel vergessen. Jeder kleine Bereich der OberflĂ€che verĂ€ndert den Weg der Lichtwelle geringfĂŒgig. Die verschiedenen Lichtanteile verstĂ€rken sich anschließend an bestimmten Stellen und schwĂ€chen sich an anderen ab. Diese Umverteilung durch Beugung ermöglicht es, die Helligkeit entsprechend dem gewĂŒnschten Muster zu bĂŒndeln.

Die Berechnung erfolgt vor dieser Umwandlung. Ein Deep-Learning-Programm bestimmt, wie jeder Bereich des Spiegels wirken muss, um mit vielen verschiedenen Eingaben das Zielbild zu erzeugen. In der sichtbaren Demonstration bestand die OberflĂ€che aus 150 × 150 einstellbaren Bereichen. Sobald diese Einstellung festgelegt ist, wird jedes neue Bild durch die Ausbreitung des Lichts umgewandelt, ohne dass es numerisch neu berechnet werden muss.

In den Simulationen ließ eine Version aus unterschiedlichen KleidungsstĂŒcken eine Tasche erscheinen. Eine andere erzeugte aus handgeschriebenen Ziffern die Zahl „8“, und eine dritte erzeugte aus Zeichnungen einen Panda.

Die Tests zeigen außerdem, dass das Verfahren bestimmte Variationen der Eingangsbilder toleriert. Die Forschenden verschoben, vergrĂ¶ĂŸerten, verkleinerten oder drehten die Muster und fĂŒgten Rauschen hinzu. Sie testeten auch Bilder, die im Training nicht vorkamen. In einigen FĂ€llen nahm die QualitĂ€t ab, insbesondere bei sehr wenig strukturierten Mustern, doch das falsche Bild blieb hĂ€ufig erkennbar.

Die experimentelle Validierung verwendete drei sichtbare WellenlĂ€ngen: 480, 550 und 600 nm, die ungefĂ€hr Blau, GrĂŒn und Rot entsprechen. Sie funktionierten sowohl einzeln als auch gemeinsam. In der im August 2026 veröffentlichten Version gibt das Team außerdem an, einen Spiegel entwickelt zu haben, der einen kontinuierlichen WellenlĂ€ngenbereich abdeckt. Ziel ist es, unterschiedliche Beleuchtungen zu akzeptieren.

Das GerĂ€t bleibt ein kontrolliertes optisches Experiment und unterscheidet sich deutlich von einem Spiegel in einem Raum. Die Autorinnen und Autoren ziehen dennoch Anwendungen in Betracht, um visuelle Informationen zu verbergen, Unterhaltungseffekte zu erzeugen oder bestimmte Beobachtungen zu erschweren. Ein wichtiger nĂ€chster Schritt besteht nun darin, diese OberflĂ€chen an weniger kontrollierte Beleuchtungen anzupassen, insbesondere an natĂŒrliches Licht.