Einige Sauropoden könnten sich auf ihre Hinterbeine gestellt haben, gestützt auf ihren Schwanz. Eine biomechanische Modellierung zeigt jedoch, dass diese Haltung für relativ kleine Arten zugänglicher war. Die größten Langhals-Dinosaurier wären auf zu große Belastungen für ihre Knochen und Muskeln gestoßen.
Die Sauropoden waren pflanzenfressende Vierbeiner, erkennbar an ihrem langen Hals und ihrem langen Schwanz. Paläontologen fragen sich seit langem, ob sie sich aufbäumen konnten, um höhere Pflanzen zu erreichen, einen Rivalen abzuwehren oder sich zu verteidigen. Fossilien erlauben es nicht, dieses Verhalten direkt zu beobachten.

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Um diese Frage zu untersuchen, erstellten die Forscher numerische Modelle mehrerer Arten. Sie schätzten die Belastungen der Oberschenkelknochen, wenn das Tier nach hinten kippte. Diese Methode vergleicht die wahrscheinliche Widerstandsfähigkeit der Knochen mit den durch Masse und Haltung verursachten Kräften.
Die Ergebnisse zeigen, dass Größe bei dieser Übung kein Vorteil ist. Mit zunehmender Masse müssen die Knochen der Hinterbeine erhebliche Lasten tragen. Sehr große Sauropoden hätten diese Position daher nur schwer lange halten können, selbst mit dem Schwanz als drittem Stützpunkt.
Im Gegensatz dazu verfügten einige kompaktere Arten über eine besser angepasste Anatomie. Ihre robusten Oberschenkelknochen und ihr Becken konnten die Belastungen besser verteilen. Die Haltung bliebe dennoch eine biomechanische Hypothese, da sie auch von Weichteilen abhängt, die nicht versteinern.
Die Autoren kommen nicht zu dem Schluss, dass alle kleinen Sauropoden sich regelmäßig aufbäumten. Sie weisen vielmehr darauf hin, dass diese Möglichkeit je nach Größe und Morphologie variierte. Auch Ernährung, Gelände und Alter des Tieres konnten seine Fähigkeit beeinflussen, diese Haltung einzunehmen.
Diese Studie erinnert daran, dass die riesigen Dinosaurier keine einheitliche Gruppe bildeten. Ihr Verhalten resultierte aus einem Gleichgewicht zwischen Masse, Skelett und Muskeln. Zukünftige Modelle, die mehr anatomische Elemente integrieren, könnten präzisieren, welche Arten diese Haltung in ihrer Umgebung tatsächlich nutzten.