🪐 Astronomen identifizieren 45 nahegelegene, potenziell bewohnbare Exoplaneten

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society
Andere Sprachen: FR, EN, ES, PT
Die Suche nach Leben jenseits unseres Planeten gewinnt an Fahrt: Ein Astronomenteam hat etwa vierzig Welten in unserer kosmischen Nachbarschaft isoliert, die besonders günstige Bedingungen aufweisen.

Unter der Leitung von Lisa Kaltenegger vom Carl Sagan Institute erfasst diese Arbeit 45 Gesteins-Exoplaneten, die Leben beherbergen könnten. In ihrem Ansatz versuchen die Astronomen, die Grenzen der Bewohnbarkeit zu bestimmen, indem sie auch Planeten mit extremen Umweltbedingungen einbeziehen, die normalerweise ausgeschlossen worden wären.


Die Forscher nutzten Daten der Gaia-Mission der Europäischen Weltraumorganisation und Archive der NASA über Exoplaneten. Diese Informationen ermöglichen eine genauere Berechnung der Energie, die jeder Planet empfängt – ein wesentlicher Parameter, um zu bestimmen, ob flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche existieren kann.

Dieser Katalog hebt mehrere bemerkenswerte Ziele hervor. Das TRAPPIST-1-System, etwa 40 Lichtjahre entfernt, beherbergt mehrere erdgroße Planeten. LHS 1140 b wiederum gilt als Super-Erde und könnte eine Ozeanwelt sein. Uns näher ist Proxima Centauri b, der den nächsten Stern umkreist und trotz eines unruhigen stellaren Umfelds weiterhin Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Einige dieser Planeten weisen sehr elliptische Umlaufbahnen auf, was die Frage nach ihrer langfristigen Klimastabilität aufwirft. Eines der Ziele dieser Studie ist es, den Einfluss dieser Bahnen auf die Möglichkeit, flüssiges Wasser zu erhalten, zu verstehen.

Dieser Katalog dient hauptsächlich als Leitfaden für Instrumente der nächsten Beobachtungsgeneration. Er zeigt an, welche Planeten am besten geeignet sind, um vom James-Webb-Weltraumteleskop oder anderen Observatorien untersucht zu werden, in der Hoffnung, dort interessante chemische Signaturen zu identifizieren.


Diagramm, das die 45 potenziell bewohnbaren Exoplaneten des neuen Katalogs zeigt.
Bildnachweis: Gillis Lowry/Pablo Carlos Budassi

Mit der bevorstehenden Ankunft leistungsstärkerer Werkzeuge könnte die eingehende Untersuchung dieser 45 Welten uns einer Antwort auf eine der größten Fragen der Menschheit näherbringen. Diese Studie, veröffentlicht in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, markiert den Beginn einer neuen, konkreten Phase in der Suche nach Leben in unserer kosmischen Nachbarschaft.

Die habitable Zone eines Sterns


Diese Region, manchmal auch "Goldlöckchen-Zone" genannt, ist der Raum um einen Stern, in dem die Temperaturen es theoretisch ermöglichen, dass Wasser auf der Oberfläche eines Planeten flüssig bleibt. Ihre Position und Ausdehnung hängen eng von der Größe und Leuchtkraft des Zentralsterns ab. Um einen kleinen Roten Zwerg ist sie beispielsweise viel näher als bei einem Stern wie unserer Sonne.

Bewohnbarkeit hängt nicht nur von dieser Bedingung ab. Das Vorhandensein einer stabilen Atmosphäre, eines schützenden Magnetfelds und einer geeigneten geologischen Zusammensetzung sind ebenso wichtige Faktoren. In unserem Sonnensystem liegen Venus und Mars am Rande der habitablen Zone der Sonne, aber derzeit erfüllt keiner dieser Planeten alle für erdähnliches Leben notwendigen Bedingungen.

Die Definition dieser Zone entwickelt sich mit unserem Wissen weiter. Die Forscher untersuchen nun Modelle, die verschiedene Atmosphären oder interne Wärmequellen einbeziehen, was das Konzept auf Welten ausweiten könnte, die bisher als zu kalt galten, wie etwa einige Monde der Gasriesen.