đŸȘ Entdeckung eines Exoplaneten in der habitablen Zone nur 11 Lichtjahre entfernt

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: CNRS INSU
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Nur 11,4 Lichtjahre entfernt wurden zwei Exoplaneten um einen Nachbarstern entdeckt. Einer von ihnen, Gl725Bc, befindet sich in der habitablen Zone und ist damit der zweitnĂ€chste potenziell bewohnbare Planet zur Erde. Der andere Planet, Gl725Bb, ist derzeit nur ein Exoplaneten-Kandidat, das heißt, seine Entdeckung erfordert weitere Daten zur BestĂ€tigung.

Dieser Fortschritt wurde ermöglicht durch SPIRou, einen hochprÀzisen Infrarot-Spektropolarimeter, der von einem internationalen Konsortium unter der Leitung des IRAP in Toulouse entwickelt wurde, und eine neue, innovative Methode zur Korrektur von Störungen durch die ErdatmosphÀre.


Sterne vom Typ M, oder Rote Zwerge, sind die hĂ€ufigsten in der Galaxis. Klein, kĂŒhl und wenig leuchtstark sind sie ideale Ziele fĂŒr die Entdeckung von Exoplaneten, da ihre geringe Masse die durch umkreisende Planeten verursachten Bewegungen besser wahrnehmbar macht. Um einen von ihnen, Gliese 725 B, der 11,4 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, wurde ein System aus zwei Exoplaneten dank SPIRou entdeckt, einem hochprĂ€zisen Infrarot-Spektropolarimeter am Canada-France-Hawaii-Teleskop, entwickelt von einem internationalen Konsortium unter Leitung des IRAP in Toulouse.

Die Entdeckung basiert auf der Radialgeschwindigkeitsmethode, die die Schwingungen eines Sterns unter dem Einfluss von umkreisenden Planeten misst. Diese Technik ist im Infrarotbereich fĂŒr Rote Zwerge besonders effektiv, die den Großteil ihres Lichts in diesem Bereich abstrahlen. Doch die Beobachtung im Infraroten vom Boden aus ist kompliziert: Wasserdampf und andere Bestandteile der ErdatmosphĂ€re hinterlassen Spuren in den Daten, die die planetaren Signale verdecken können.

Um dieses Hindernis zu ĂŒberwinden, entwickelten die Forscher eine innovative Methode namens Wapiti, die in der Lage ist, diese Störungen zu korrigieren. Dank dieses Ansatzes wurde ein erstes, relativ schwaches planetares Signal mit einer Umlaufperiode von 4,8 Tagen entdeckt.

Dieses Signal ist jedoch statistisch nicht signifikant genug, um die Existenz eines Planeten zu bestÀtigen. Das damit verbundene Objekt, Gl 725 Bb, wird daher vorerst nur als Exoplaneten-Kandidat betrachtet. Die Wapiti-Methode ermöglichte es auch, einen massereicheren und besser charakterisierten Planeten, Gl 725 Bc, nachzuweisen, dessen Masse mindestens das 3,4-fache der Erde betrÀgt und dessen Umlaufperiode 37,9 Tage betrÀgt.

Dieser Planet befindet sich in der habitablen Zone seines Sterns, was bedeutet, dass, wenn dieser Planet felsig ist und Wasser in seiner Zusammensetzung vorhanden ist, dieses Wasser an seiner OberflĂ€che flĂŒssig sein mĂŒsste – eine der wesentlichen Voraussetzungen fĂŒr die mögliche Entstehung von Leben. Gl 725 Bc erhĂ€lt eine Energiemenge, die mit der von Mars vergleichbar ist, einem Planeten, auf dem Wasser vorhanden war, bevor er den grĂ¶ĂŸten Teil seiner AtmosphĂ€re verlor, und ist heute der zweitnĂ€chste Planet in einer habitablen Zone zur Erde.

Obwohl er nicht vor seinem Stern vorbeizieht, was die direkte Untersuchung seiner AtmosphĂ€re einschrĂ€nkt, machen ihn seine NĂ€he und seine Eigenschaften zu einem bevorzugten Ziel fĂŒr Instrumente der nĂ€chsten Generation. Dieser Planet weist tatsĂ€chlich Eigenschaften auf, die ihn zum zweiten potenziell felsigen und in der habitablen Zone befindlichen Planeten machen, der am wenigsten komplex zu untersuchen ist, nach Proxima Centauri b, unserem nĂ€chsten Exoplaneten in der habitablen Zone.

Ein Instrument wie LIFE könnte beispielsweise solche Beobachtungen ermöglichen. LIFE ist ein Projekt fĂŒr ein Weltraumteleskop, das entwickelt wurde, um die AtmosphĂ€ren naher Exoplaneten direkt zu untersuchen, indem es ihre Infrarotstrahlung analysiert, mit dem Ziel, nach Signaturen von MolekĂŒlen wie Wasser oder anderen potenziellen Indikatoren fĂŒr lebensfreundliche Bedingungen zu suchen.

Die Studie dieses Planeten wird es in naher Zukunft ermöglichen, die Vielfalt der Exoplaneten, die flĂŒssiges Wasser auf ihrer OberflĂ€che beherbergen könnten, besser zu erfassen – eine unerlĂ€ssliche Voraussetzung fĂŒr eine mögliche Entstehung von Leben anderswo als auf der Erde. Diese Entdeckung unterstreicht das Potenzial hochprĂ€ziser Infrarotmessungen bei der Suche nach bewohnbaren Welten um die nĂ€chsten Sterne.