🦴 Bakterien haben 113 Millionen Jahre lang Flugsaurier-Moleküle bewahrt

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: iScience
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Ein internationales Team unter der Leitung der Curtin University analysierte einen 113 Millionen Jahre alten Flügelknochen eines Flugsauriers aus Brasilien, der in drei Dimensionen mit seltenen chemischen Spuren erhalten war. Die Forscher identifizierten spezialisierte Bakterien, die eine entscheidende Rolle bei diesem außergewöhnlichen Fossilisierungsprozess spielten.

Nach dem Tod des Tieres sank es auf den Grund eines alten Ozeans. Mikroben, darunter schwefeloxidierende Bakterien, zersetzten seine Weichteile und lösten eine Mineralisierung um den Körper herum aus. Diese chemische Reaktion, kombiniert mit den besonderen Meeresbedingungen, hielt die Knochenstruktur über 100 Millionen Jahre hinweg bis ins kleinste Detail fest.


Bild Wikimedia

Die in iScience veröffentlichte Studie ist ein Novum: Dank dieser Konservierung konnten Steroide aus dem Fossil extrahiert werden. Diese Hormone zeigen, dass sich das Tier von Fischen oder Tintenfischen ernährte. Professorin Kliti Grice, Hauptautorin, betont, dass die Konservierung dieser organischen Verbindungen außergewöhnlich sei. Sie stellt klar, dass Sauerstoff das Fossil nicht zerstört, sondern durch die mikrobielle Aktivität zu seiner Bewahrung beigetragen hat.

Dieser Erhaltungsmechanismus durch Mikroben ist kein Einzelfall; er scheint auch an anderen Fossilienfundstellen weltweit aufzutreten. Die Wissenschaftler sprechen sogar von einem neuen Typ von Lagerstätte mit außergewöhnlicher Erhaltung, der als Lagerstätte bezeichnet wird. Die Flugsaurier, die ersten Wirbeltiere, die den aktiven Flug beherrschten, besaßen wie moderne Vögel hohle Knochen – eine Eigenschaft, die ihre Fossilisierung unter idealen Bedingungen begünstigte.

Die Ergebnisse eröffnen vielversprechende Perspektiven für die molekulare Paläontologie. Durch die Analyse der von Mikroben und Geweben hinterlassenen chemischen Spuren können Forscher die alte Umwelt und die Lebensweise dieser ausgestorbenen Kreaturen rekonstruieren. Dieser fein abgestimmte Ansatz ermöglicht es, die Grenzen der reinen Skelettuntersuchung zu überwinden.