🌟 Das Rätsel um die Emissionen des Sterns Gamma-Cassiopeiae gelöst

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Astronomy & Astrophysics
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Seit über einem Jahrhundert gibt der Stern namens Gamma-Cassiopeiae (oder "Gamma-Cas") Astronomen Rätsel auf. Mit bloßem Auge auf der Nordhalbkugel sichtbar, sendet dieser massereiche Stern ein intensives Licht und Röntgenstrahlen aus, für die es lange keine Erklärung gab.

Gamma-Cassiopeiae, etwa 550 Lichtjahre von uns entfernt, übertrifft unsere Sonne bei Weitem an Größe und Leuchtkraft. Bereits im 19. Jahrhundert fiel sein ungewöhnliches Wasserstoff-Spektrum auf, und in den 1970er Jahren wurden intensive Röntgenstrahlungsemissionen entdeckt.


Darstellung des Sterns Gamma-Cassiopeiae, der einen kleinen stellaren Begleiter mit Materie versorgt.
Bildnachweis: ESA, Y. Nazé

Jahrzehntelang erforschten Wissenschaftler verschiedene Ansätze, um diese Emissionen zu erklären. Einige Hypothesen gingen von magnetischen Wechselwirkungen aus, während andere die Existenz eines verborgenen Begleiters postulierten. Das Aufkommen von Röntgenteleskopen im Weltraum, wie XMM-Newton und Chandra, ermöglichte die Identifizierung weiterer ähnlicher Sterne, die die Kategorie der Be-Sterne bilden.

Dank der Mission XRISM zeichnete sich eine Antwort ab. Ihre hochpräzisen Beobachtungen offenbarten die Präsenz eines kompakten Begleiters, wahrscheinlich eines Weißen Zwergs, der allmählich Materie von Gamma-Cassiopeiae absaugt. Dieser Fund beendet ein Kapitel der Spekulationen und bestätigt eine in der astronomischen Gemeinschaft lange diskutierte Theorie.

Weiße Zwerge, die Überreste von Sternen, die ihren Kernbrennstoff verbraucht haben, können in engen Umlaufbahnen Gas von massereichen Sternen anziehen und verzehren. Dieser Prozess erzeugt die nachgewiesenen Röntgenstrahlen und erklärt endlich, warum Gamma-Cassiopeiae in diesem energiereichen Bereich so hell strahlt, wie Yaël Nazé von der Universität Lüttich indirekt bestätigte.

Auch wenn diese stellaren Paare selten sind, eröffnen sie neue Wege, um die Entwicklung von Doppelsternsystemen zu verstehen. Die Forscher können nun ihre Modelle verfeinern, um zu verstehen, wie Sterne im Laufe der Zeit interagieren und Materie austauschen.


Schema, das den Mechanismus illustriert, durch den ein Begleiter die Röntgenemissionen von Gamma-Cassiopeiae verursacht.
Bildnachweis: ESA, Y. Nazé