🍄 Der weltweit am meisten konsumierte halluzinogene Pilz war... eine unbekannte Art

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Proceedings B of the Royal Society
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Der Ursprung des weltweit am meisten kultivierten halluzinogenen Pilzes erweist sich als weitaus Ă€lter als bisher angenommen. Die Entdeckung einer Schwesterart im sĂŒdlichen Afrika stellt die bisherige ErzĂ€hlung seiner Evolution auf den Kopf.

Forscher haben nun formell eine bisher unbekannte Art identifiziert, die sie Psilocybe ochraceocentrata nannten, und die dennoch in den Graslandschaften SĂŒdafrikas und Simbabwes gesammelt wurde. Sein Name spielt auf die ockergelbe Farbe in der Mitte seines Huts an.


Der Psilocybe ochraceocentrata wĂ€chst auf Rindermist in den GraslĂ€ndern des sĂŒdlichen Afrikas.
Bildnachweis: Talan Moult

Genetische Analysen stellen diese Art und den bereits bekannten Psilocybe cubensis als nahe Verwandte dar, die einen gemeinsamen Vorfahren vor etwa 1,5 Millionen Jahren teilen, und nicht als dieselbe Art. Diese Erkenntnis stellt die Hypothese einer EinfĂŒhrung des Pilzes in Amerika ĂŒber Vieh vor nur wenigen Jahrhunderten infrage.

Trotz Àhnlichen Erscheinungsbilds zeigen die beiden Arten genetische, ökologische und chemische Unterschiede.

Das Team griff auf fortgeschrittene Techniken wie phylogenetische Analyse und ökologische Nischenmodellierung zurĂŒck. Es untersuchte DNA aus aktuellen Proben und historischen Referenzsammlungen. Diese Methoden ermöglichten die Rekonstruktion einer evolutionĂ€ren Linie und die SchĂ€tzung des Zeitpunkts der Trennung zwischen den beiden Arten.

Vor ĂŒber einer Million Jahren förderten UmweltverĂ€nderungen wahrscheinlich die getrennte Evolution der beiden Pilze. Die Studie prĂ€sentiert ein Szenario, in dem ökologische Gelegenheiten ĂŒber einen sehr langen Zeitraum zu dieser Aufspaltung fĂŒhrten.

Interessanterweise wird P. ochraceocentrata seit Jahren weltweit unter den Namen "NSS" oder "Transkei" kultiviert. Er wird von ZĂŒchtern und Konsumenten fĂŒr seine einfache Kultivierung und deutlichen Effekte geschĂ€tzt. Die Veröffentlichung in Proceedings B of the Royal Society verleiht ihm den Status einer eigenstĂ€ndigen Art und klĂ€rt eine anhaltende Verwirrung auf, selbst unter Wissenschaftlern.

Diese Entdeckung zeigt auch, dass die afrikanische Pilzvielfalt noch weitgehend unbekannt ist. Die ersten Exemplare dieser Art waren bereits 2013 in Simbabwe gemeldet worden, ohne dass eine formelle Identifizierung folgte. Diese Situation lĂ€sst weitere mögliche EnthĂŒllungen ĂŒber die Evolutionsgeschichte der Pilze in diesem Teil der Welt erahnen.