🦷 Eine Bakterie im Mund steht mit Brustkrebs in Verbindung

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Cell Communication and Signaling
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Eine kürzliche Entdeckung stellt einen Zusammenhang zwischen einer Mundbakterie und der Entstehung von Brusttumoren her. Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein Mikroorganismus in der Lage ist, in das Brustgewebe zu wandern, wo es Prozesse aktiviert, die das Tumorwachstum fördern.

Veröffentlicht in Cell Communication and Signaling, konzentriert sich diese Forschung auf *Fusobacterium nucleatum*. Diese Bakterie, die bereits mit anderen Krebsarten in Verbindung gebracht wird, kann über den Blutkreislauf von der Mundhöhle zur Brust wandern und sich dort ansiedeln. Das Team der Johns Hopkins University zeigte, dass ihre Anwesenheit dort Entzündungen sowie frühe zelluläre Schäden verursacht.


Mikroskopaufnahme, die die Bakterie *F. nucleatum* in einer Brustzelle mit BRCA1-Mutation zeigt und ihre Interaktion veranschaulicht.
Bildnachweis: Drs. Sheetal Parida und Dipali Sharma

Um zu diesen Ergebnissen zu gelangen, führten die Wissenschaftler die Bakterie direkt in die Milchgänge von Mäusen ein. Sie beobachteten daraufhin das Auftreten von nicht-kanzerösen Läsionen, begleitet von Entzündungen und DNA-Schäden. Diese Veränderungen schaffen ein Umfeld, das die Entstehung von Tumoren begünstigt und so das Fortschreiten der Krankheit beschleunigt.

Ein genauer molekularer Mechanismus wurde aufgedeckt. Die Bakterie schädigt die DNA der Zellen und aktiviert Reparaturwege, die Fehler einführen können. Dieses Phänomen führt zu einer verstärkten Expression von Proteinen, die mit der Wanderung von Krebszellen und ihrer Resistenz gegenüber Behandlungen zusammenhängen.

Zellen mit Mutationen im BRCA1-Gen sind besonders anfällig für diese Bakterie. Ihre Oberfläche erleichtert tatsächlich die Anhaftung und das Eindringen des Mikroorganismus, was die Schäden und die tumorfördernden Effekte verstärkt. Diese erhöhte Anfälligkeit deutet darauf hin, dass sich genetische und Umweltfaktoren kombinieren können, um das Risiko zu erhöhen.

Die Wissenschaftler betonen die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen, um festzustellen, ob die Mundgesundheit in die Liste der Risikofaktoren bei der Prävention von Brustkrebs aufgenommen werden sollte, insbesondere bei genetisch vorbelasteten Personen.

Die Reise von Bakterien im Körper


Bakterien im Mund können manchmal ihren natürlichen Lebensraum verlassen und sich anderswo im Körper ausbreiten. Dieses Phänomen, bakterielle Translokation genannt, tritt auf, wenn Mikroben Gewebebarrieren durchdringen, wie z. B. entzündetes Zahnfleisch, und in den Blutkreislauf gelangen.

Einmal im Blut, können diese Bakterien verschiedene Organe erreichen, einschließlich entfernter Stellen wie der Brust. Das Immunsystem versucht normalerweise, sie zu beseitigen, aber manche Bakterien schaffen es, diesen Abwehrmechanismen auszuweichen und sich in neuen Geweben festzusetzen.

Wenn sie sich etabliert haben, können diese Bakterien eine lokale Entzündung hervorrufen. Diese Reaktion des Körpers, obwohl dazu bestimmt, die Infektion zu bekämpfen, kann auch umliegende Zellen schädigen und ihre normale Funktion stören, was den Boden für andere Gesundheitsprobleme bereitet.