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❄️ Ice Memory: Ein Eisschrein für die kommenden Jahrhunderte
Veröffentlicht von Cédric, Autor des Artikels: Cédric DEPOND Quelle:CNRS Andere Sprachen: FR, EN, ES, PT
Im Herzen des antarktischen Plateaus hat eine künstliche, in den ewigen Schnee gegrabene Höhle gerade einen wissenschaftlichen Schatz von unschätzbarem Wert aufgenommen. Diese ersten Depots, Eiszylinder von alpinen Gletschern, die vom Verschwinden bedroht sind, eröffnen eine weltweit einzigartige Bibliothek, die für die kommenden Jahrhunderte konzipiert ist.
Diese Initiative, getragen von der Stiftung Ice Memory, ist eine Antwort auf eine beobachtbare Klima-Dringlichkeit. Die Gebirgsgletscher, wahre natürliche Archive, schmelzen in einem beschleunigten Tempo und löschen damit unersetzliche Daten über die Geschichte unserer Atmosphäre aus. Das Projekt besteht darin, diese Erinnerungen aus Eis zu extrahieren, zu transportieren und an einem Ort zu bewahren, wo die natürliche Kälte ihre Integrität für die Forscher künftiger Jahrhunderte garantiert. Die Station Concordia, einer der abgelegensten Orte der Erde, erfüllt diese Bedingungen in idealer Weise.
Die Reise der ersten beiden Bohrkernserien von den europäischen Alpen bis zum antarktischen Kontinent stellte eine logistische Meisterleistung dar. Die am Mont-Blanc-Massiv und am Grand Combin entnommenen Kerne mit einem Gesamtgewicht von 1,7 Tonnen begannen im Oktober 2025 eine über fünfzig Tage dauernde Odyssee. Sie wurden an Bord des italienischen Forschungsschiffes Laura Bassi transportiert, wo eine strenge Kühlkette eine konstante Temperatur von -20°C aufrechterhielt.
Ihre Route führte durch mehrere Ozeane, bevor sie die antarktische Küste erreichte. Ein letzter Lufttransfer, der unter spezifischen technischen Bedingungen zur Wahrung der Kälte durchgeführt wurde, ermöglichte ihre Ankunft an der Station Concordia in 3.200 Metern Höhe. Diese Etappe zeigt die Möglichkeit, diese empfindlichen Archive global zu bewegen, und ebnet den Weg für weitere Transporte von bedrohten Gletschern auf der ganzen Welt.
Der Erfolg dieses Unterfangens beruht auf einer internationalen Zusammenarbeit, an der französische, italienische und schweizerische Forschungsinstitute sowie spezialisierte logistische Mittel beteiligt sind. Es validiert den operationellen Teil des Projekts und beweist, dass die proaktive Rettung dieser Proben trotz der Entfernungen und extremen Umweltbedingungen technisch machbar ist.
Ein dauerhafter Schrein im ewigen Eis
Der Ice-Memory-Schrein selbst ist eine minimalistische und geniale Infrastruktur, die die extremen Polarbedingungen nutzt. Diese 35 Meter lange Höhle, die mehrere Meter unter der Oberfläche des Eisschildes gegraben wurde, profitiert das ganze Jahr über von einer natürlich stabilen Temperatur von etwa -52°C, ohne jegliches mechanisches Kühlsystem.
Ihr Bau, koordiniert von italienischen und französischen Technikteams, wurde konzipiert, um die Auswirkungen auf die antarktische Umwelt gemäß dem Madrider Protokoll zu minimieren. Kein Baumaterial wurde importiert; die Struktur ist lediglich der im kompakten Schnee gelassene Hohlraum. Dieser Ansatz macht sie zu einer sowohl robusten als auch respektvollen Konservierungseinrichtung an ihrem Standort.
Diese thermische Stabilität gewährleistet die Erhaltung der Proben über Zeiträume von mehreren Jahrhunderten. Die sorgfältig verpackten Kerne sind dort vor Klimaschwankungen und jeglichem Kontaminationsrisiko geschützt. Der Ort wird so zu einem Äquivalent eines natürlichen Kellers, der dazu bestimmt ist, ein gemeinsames wissenschaftliches Erbe für die zukünftige Menschheit zu bewahren.