🚀 Zum ersten Mal wird eine ISS-Crew aus medizinischen Gründen zur Erde zurückgebracht

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: NASA
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Zum ersten Mal in der Geschichte der Internationalen Raumstation wird eine Crew früher als ursprünglich geplant zur Erde zurückkehren. Diese vorzeitige Rückkehr erfolgt aufgrund eines Gesundheitsproblems bei einem der Astronauten, sollte aber die Vorbereitungen für die Mondmission Artemis 2 nicht stören.

Die US-Raumfahrtbehörde hat die vorzeitige Rückkehr der Astronauten der Mission Crew-11 bekanntgegeben, nachdem ein Gesundheitsproblem bei einem Crew-Mitglied festgestellt wurde, dessen Identität nicht preisgegeben wurde. Die betroffene Person befindet sich in einem stabilen Zustand und benötigt keine Notfallmaßnahmen. Ein geplanter Weltraumausstieg wurde abgesagt, und nach einer Bewertung wurde beschlossen, den Aufenthalt der gesamten Crew auf der Station zu verkürzen.


Bild NASA

Die Crew-11 besteht aus den US-Astronauten Zena Cardman und Michael Fincke, dem Japaner Kimiya Yui und dem Russen Oleg Platonov. Sie erreichten die ISS im August 2025 an Bord einer SpaceX Crew Dragon-Kapsel für eine ursprünglich sechsmonatige Mission. Ihre frühere Rückkehr erfolgt, während die Ersatzmission Crew-12 Mitte Februar starten soll. Die üblichen Rotationen gewährleisten eine durchgehende Präsenz auf der Station, doch diese außergewöhnliche Situation ändert die Pläne.

Trotz dieses Umstands bleibt der Zeitplan für die Mission Artemis 2 unverändert. Die Trägerrakete Space Launch System soll auf ihre Startrampe gebracht werden für einen Start frühestens am 5. Februar. Der Verantwortliche der NASA teilte mit, dass die Kampagnen der ISS und von Artemis 2 vollständig getrennt sind und sich nicht überschneiden sollten. Diese Zusicherung ermöglicht es, den Kurs zu einem historischen Flug um den Mond beizubehalten.

Die NASA prüft die Möglichkeit, den Start von Crew-12 vorzuziehen, um eine Zeit ohne Crew an Bord der ISS zu vermeiden. Normalerweise überlappen sich die Rotationen, um die Kontinuität der Operationen zu gewährleisten. Mit der Rückkehr von Crew-11 und dem bevorstehenden Start von Artemis 2 muss die Behörde mehrere Raumfahrtszeitpläne jonglieren. Die Planer bewerten realisierbare Daten und bereiten gleichzeitig die große Mondreise vor.

Artemis 2 ist die erste bemannte Mission des Mondprogramms der NASA seit dem Ende der Apollo-Missionen 1972. Sie wird vier Astronauten für etwa zehn Tage um den Mond führen und den Weg für eine Landung auf der Mondoberfläche mit Artemis 3 ebnen. Dieser Flug ist wichtig, um die Systeme unter realen Bedingungen mit einer Crew zu testen, nach dem Erfolg der unbemannten Mission Artemis 1.

Die Teams der NASA arbeiten also an zwei Fronten: die sichere Rückkehr der ISS-Crew zu managen und den Flug zum Mond vorzubereiten.

Medizinische Herausforderungen im Weltraum


Das Leben in Mikrogravitation stellt einzigartige Probleme für die Gesundheit der Astronauten dar. Der menschliche Körper passt sich an die Abwesenheit der Schwerkraft an, was zu einem Verlust von Muskel- und Knochenmasse, Veränderungen des Sehvermögens oder Gleichgewichtsstörungen führen kann. Diese Veränderungen werden während Langzeitmissionen genau überwacht.

Um diesen Risiken zu begegnen, beinhalten Weltraummissionen strenge medizinische Protokolle. Die Crews absolvieren regelmäßiges körperliches Training und häufige Gesundheitsuntersuchungen. Medikamente und Notfallausrüstung sind an Bord der Internationalen Raumstation verfügbar, mit etablierten Verfahren für die medizinische Versorgung.

Im Falle eines ernsthaften Problems sehen die Verfahren eine schnelle Rückkehr zur Erde vor. Die Entscheidung, eine Crew früher zurückzuholen, hängt von der Schwere der Situation und den Behandlungsmöglichkeiten im Orbit ab. Dies erfordert eine enge Abstimmung zwischen Ärzten und Missionskontrollen, um die Sicherheit aller zu gewährleisten.

Diese Vorfälle erinnern an die Bedeutung der Weltraummedizinforschung. Die auf der ISS durchgeführten Studien helfen, die Auswirkungen von Raumflügen auf den Körper zu verstehen und bereiten so zukünftige Missionen zum Mond und zum Mars vor, wo die medizinische Versorgung noch kritischer sein wird. Die Fortschritte kommen auch der Medizin auf der Erde zugute.