🕷️ Woher stammt diese „Perlenkette“, die auf einer Spinne entdeckt wurde?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: International Journal of Acarology
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Eine zufällige Beobachtung in den zoologischen Sammlungen des Butantan-Instituts in Brasilien erwies sich als besonders faszinierend. Beim Sortieren von Spinnen und Skorpionen bemerkten Forscher einen kleinen Spinnentier, der mit einer Struktur geschmückt war, die an eine Perlenkette erinnerte. Diese ungewöhnliche Entdeckung warf sofort Fragen nach der Natur dieses Anhängsels auf.

Bei näherer Untersuchung erwiesen sich diese „Perlen“ als Larven parasitärer Milben. Bislang war aus Brasilien nur ein einziger dokumentierter Fall von parasitierenden Milben an Spinnen bekannt, der eine andere Familie betraf. Dieser neue Fund verspricht somit, unser Wissen über die Wechselwirkungen zwischen diesen kleinen Organismen zu erweitern.


Die Milben bilden eine „Perlenkette“ auf einer Spinne aus der Familie der Sparassidae.
Bildnachweis: Ricardo Bassini-Silva

Um ihre Entdeckung zu validieren, verwendeten die Wissenschaftler verschiedene mikroskopische Techniken. Ihre morphologischen Analysen führten zur Identifizierung einer neuen Art parasitärer Milbe, die den Namen Araneothrombium brasiliensis erhielt. Diese Arbeit, unterstützt von der FAPESP, wurde in der International Journal of Acarology veröffentlicht und stellt einen bemerkenswerten Fortschritt dar.

Diese Milbe gehört zu einer Gattung, die erstmals 2017 in Costa Rica beschrieben wurde. Ihr Vorkommen in Brasilien deutet darauf hin, dass verwandte Arten auch in anderen neotropischen Ländern existieren könnten. Die Larven, die etwa einen halben Millimeter groß sind, parasitieren an Jungspinnen, die nur wenige Millimeter lang sind.

Die Exemplare wurden in der Nähe von Höhlen in Pinheiral im Bundesstaat Rio de Janeiro gesammelt, einer Umgebung, die mit der einer anderen brasilianischen Art parasitärer Spinnenmilben vergleichbar ist. Die Forscher beobachteten, dass alle Larven mit Nahrung vollgesogen waren, ein Zeichen dafür, dass sie große Mengen an Lymphe aufgenommen hatten.

Diese Milben ernähren sich, indem sie Lymphe am Pedicellus, der verwundbarsten Region der Spinne, aussaugen. Dieser Angriff auf junge Individuen könnte einem opportunistischen Verhalten entsprechen, da Jungtiere anfälliger für Parasiten sind. Darüber hinaus könnten diese Milben auch andere Gliederfüßer wie bestimmte Insekten parasitieren.

Mit über 3000 Spinnenarten in Brasilien ist das Potenzial für ähnliche Entdeckungen immens. Diese Studie zeigt den Wert zoologischer Sammlungen, in denen seit Jahren aufbewahrte Exemplare überraschende Erkenntnisse liefern können. Die Forscher möchten nun mehr Milben erhalten, um neue Arten beschreiben zu können.