🧠 Über 80 Jahre alt und ein außergewöhnliches Gedächtnis: Wie ist das möglich?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Alzheimer's & Dementia
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Einige ältere Menschen über 80 Jahre bewahren eine erstaunliche geistige Beweglichkeit und ein außergewöhnliches Gedächtnis. Wie gelingt es ihnen, kognitive Fähigkeiten zu erhalten, die denen von 50- bis 60-Jährigen ähneln? Eine kürzlich in Alzheimer's & Dementia veröffentlichte Studie liefert Hinweise auf mögliche genetische Faktoren, die dieser bemerkenswerten Gehirngesundheit zugrunde liegen.

Diese Untersuchung, die von Forschern der Vanderbilt University durchgeführt wurde, konzentrierte sich auf die genetischen Varianten bei diesen Personen mit hoher Gedächtnisleistung. Das Ziel bestand darin, festzustellen, ob spezifische Gene mit dieser Form des erfolgreichen Alterns in Verbindung stehen, indem diese "Super-Senioren" mit anderen gleichaltrigen Gruppen verglichen wurden.


Illustrationsbild Pixabay
Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Unterschied in der Häufigkeit der Variante APOE-ε4, die dafür bekannt ist, das Risiko für die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit zu erhöhen. Super-Senioren tragen dieses Gen viel seltener als gleichaltrige Personen mit Demenz. Diese Beobachtung deutet darauf hin, dass das Fehlen dieses Risikofaktors zu ihrer kognitiven Widerstandsfähigkeit beitragen könnte, selbst angesichts des normalen Alterungsprozesses.

Darüber hinaus stellte das Team eine höhere Häufigkeit der Variante APOE-ε2 bei den Super-Senioren fest. Dieses Gen wird häufig mit einem Schutz vor der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht. Sein vermehrtes Vorkommen lässt vermuten, dass es einen zusätzlichen Vorteil bieten könnte, der hilft, die Gehirnfunktionen über die Jahre hinweg zu erhalten. Dies stützt die Idee eines genetischen Einflusses auf die langfristige geistige Gesundheit.

Um zu diesen Erkenntnissen zu gelangen, analysierte die Studie Daten von mehr als 18.000 Teilnehmern aus mehreren nationalen Kohortenstudien zum Altern. Super-Senioren wurden als Personen im Alter von 80 Jahren oder älter definiert, deren Gedächtnistestergebnisse über dem Durchschnitt von kognitiv normalen Erwachsenen im Alter von 50 bis 64 Jahren lagen. Dieser Ansatz ermöglichte es, eine Vielfalt von Profilen einzubeziehen, mit Vertretern verschiedener ethnischer Herkünfte, für eine robustere Analyse.

Die Forscher erläutern, dass diese Entdeckungen dazu anregen, den Phänotyp der Super-Senioren zu nutzen, um Mechanismen der Resistenz gegen die Alzheimer-Krankheit zu identifizieren. Diese Arbeit, die bislang umfangreichste zu diesem Thema, eröffnet neue Perspektiven für das Verständnis, wie bestimmte Gene die Entwicklung von Demenz und die Fähigkeit, bei guter geistiger Gesundheit zu altern, beeinflussen können.

So beleuchten diese Forschungsergebnisse die potenzielle Rolle der Genetik bei der Erhaltung der kognitiven Funktionen im Alter. Sie bieten Ansatzpunkte für zukünftige Forschungen, die darauf abzielen, Wege zu finden, ein gesundes Altern des Gehirns zu fördern, indem sie sich von den Eigenschaften dieser außergewöhnlichen Individuen inspirieren lassen.