Mit seinem großen Gesichtsfeld überwacht das Weltraumobservatorium TESS kontinuierlich große Himmelsareale und zeichnet die geringsten Lichtschwankungen auf. Seine Mission ist die Entdeckung von Welten, die andere Sterne als unsere Sonne umkreisen, doch kürzlich wurde seine Nutzung umgeleitet, um ein viel näheres Objekt zu beobachten – einen interstellaren Besucher, der unser eigenes System durchquert.
Sie haben es verstanden, wenn Sie regelmäßig Techno-Science.net lesen: Es handelt sich um 3I/ATLAS.
Das NASA-Raumschiff TESS erhaschte kürzlich einen Blick auf den interstellaren Kometen 3I/ATLAS, hier im Sternenhintergrund dargestellt. Bildnachweis: TESS-Einschub von NASA/Kometenhintergrund von Enrico Bellodi von Pexels/zusammengestellt von Kenna Hughes-Castleberry über Canva pro
Vom 15. bis 22. Januar wurde eine Reihe gezielter Beobachtungen dem Kometen 3I/ATLAS gewidmet, als er sich nun in der Entfernungsphase befindet. Die in diesem Intervall aufgenommenen Bilder zeigen einen hellen Punkt, der sich schnell vor einem Sternenhintergrund bewegt und eine blasse Spur hinter sich herzieht. Diese Informationen ermöglichten es Astronomen anschließend, seine Flugbahn mit großer Genauigkeit zu rekonstruieren und so ein seltenes Porträt seines Verhaltens zu liefern.
Ein Wissenschaftler des MIT setzte diese Bilder zu einer Video-Sequenz zusammen, die 28 Stunden abdeckt und den Weg des Kometen nachzeichnet. Ein Zeitsprung erscheint dennoch in der Sequenz, verursacht durch eine Unterbrechung aufgrund eines Sicherheitsmodus des Satelliten. Trotz dieser Lücke erleichtert diese Visualisierung die Untersuchung der Kometenaktivität, wie den Auswurf von Staub und Gas oder die Rotationsgeschwindigkeit seines Kerns.
Die Messungen deuten auf eine Helligkeit von etwa 11,5 in scheinbarer Helligkeit für dieses Objekt hin, was es hundertmal weniger sichtbar macht als die mit bloßem Auge erkennbare Grenze. Seine Beobachtung erfordert daher den Einsatz von Teleskopen. Diese geringe Helligkeit erklärt auch, warum der Komet bis Juli 2025, während seiner Annäherung an das Sonnensystem, unsichtbar blieb.
Der interstellare Komet 3I/ATLAS erscheint als heller Punkt mit einem Schweif in dieser Animation aus TESS-Bildern, die seine Bewegung über 28 Stunden zeigt. Bildnachweis: NASA/Daniel Muthukrishna, MIT
Ein überraschendes Detail liegt darin, dass TESS den Vorbeiflug des Kometen mehrere Monate vor seiner offiziellen Identifizierung aufgezeichnet hatte. Bei der Durchsicht der Archive konnten die Astronomen diesen interstellaren Reisenden ausfindig machen und seinen Weg rekonstruieren. Auch wenn sein genauer Ursprung unbestimmt bleibt, liefern diese Informationen dennoch Erkenntnisse über seine Zusammensetzung und seine lange kosmische Reise.
Die nun der Öffentlichkeit zugänglichen Beobachtungen vom Januar, verfügbar über Archive wie das Mikulski Archive for Space Telescopes, bieten mehrere Stunden an analysierbaren Daten. Die Forscher hoffen, dort wiederkehrende Muster in den Helligkeitsänderungen zu entdecken, die möglicherweise zusätzliche Informationen über die Eigenschaften von 3I/ATLAS liefern können.
Was ist ein interstellarer Komet?
Diese Himmelskörper sind nicht durch die Schwerkraft an unsere Sonne oder irgendeinen anderen Stern gebunden. Sie durchqueren die Galaxie auf offenen Bahnen und mit sehr hohen Geschwindigkeiten. Im Unterschied zu den heimischen Kometen unseres Sonnensystems stammen diese Besucher aus anderen Sternsystemen und tragen mit sich urtümliches Material aus fernen Regionen.
Ihre Identifizierung ist ein jüngeres Phänomen, mit nur wenigen bestätigten Beispielen wie 3I/ATLAS. Diese Kometen bieten eine einzigartige Gelegenheit, die Zusammensetzung und physikalischen Mechanismen von Objekten zu analysieren, die in extrasolaren Umgebungen entstanden sind. Ihre aus Eis, Staub und Gas bestehenden Kerne sublimieren bei der Annäherung an einen Stern wie unsere Sonne und erzeugen die leuchtenden Schweife, die wir beobachten.
Durch die Untersuchung ihrer Aktivität, wie der Emission von Staub und Gas, können Wissenschaftler Rückschlüsse auf ihre innere Struktur und ihre Vergangenheit ziehen. Beispielsweise kann die Rotation des Kerns auf frühere Kollisionen oder gravitative Einflüsse hinweisen.
Diese Kometen fungieren als natürliche Boten und tragen auch chemische Signaturen, die auf Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen Sternsystemen hindeuten könnten.