☢️ Bestrahltes Cannabis könnte giftige Pilze und Rückstände enthalten

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: McGill University
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Die Gammabestrahlung, eine übliche Sterilisationsmethode in der Produktion von therapeutischem und Freizeit-Cannabis, beseitigt giftige Pilze und deren chemische Rückstände nicht vollständig, wie aus einer Studie der McGill University hervorgeht. Darüber hinaus könnten Fälle von Kontamination unbemerkt bleiben, eine beunruhigende Aussicht für vulnerable Personen, insbesondere aufgrund eines geschwächten Immunsystems.

Dieser Befund ist umso besorgniserregender, betont das Forschungsteam, als 70 % des Cannabis geraucht oder verdampft werden, sodass die Toxine direkt in die Lunge gelangen und die durch das Rauchen verursachten Lungengewebeschäden verschlimmern können. Es sei daher notwendig, die Kontrollen und Schutzmaßnahmen zu verschärfen, so das Team.


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Die Sporen bergen erhebliche Gesundheitsrisiken


Gammabestrahlung schädigt die DNA und RNA von Mikroben und baut Mykotoxine ab, schädliche Verbindungen, die von bestimmten Pilzen produziert werden. Obwohl dieser Prozess die mikrobielle Belastung erheblich reduziert, verbleiben nach der Bestrahlung lebensfähige Sporen mykotoxinbildender Pilze, DNA-Fragmente und Spuren von Toxinen, stellte das Forschungsteam fest.

Diese Rückstände bergen erhebliche Gesundheitsrisiken, insbesondere für bestimmte Bevölkerungsgruppen, darunter Krebspatienten, Transplantationsempfänger oder HIV-positive Personen. Darüber hinaus berichtet die Studie über zahlreiche Fälle von Lungenmykosen und anderen opportunistischen Infektionen bei gesunden Personen, die kontaminierten Cannabisprodukten ausgesetzt waren.

Kombinierte Methoden für eine strengere Kontrolle


Das Forschungsteam analysierte getrocknete Cannabisblüten: nicht bestrahlte Proben, bestrahlte Proben direkt von einem autorisierten Produzenten und verzehrfertige Proben von einem autorisierten Einzelhändler. Sie verwendeten drei komplementäre Ansätze:
- Zählung und Identifizierung lebender Bakterien und Pilze durch kulturbasierte Methoden;
- molekulare Tests (PCR und quantitative PCR) zum Nachweis von Pilz-DNA und toxinproduzierenden Genen;
- ELISA-Tests, die den Nachweis von Mykotoxinen wie Aflatoxinen und Ochratoxinen durch Antikörpernachweis ermöglichen.

Die in der Cannabisproduktion üblichen modernen Analysemethoden wie Massenspektrometrie und ELISA-Tests können lebende Sporen nicht nachweisen, betont das Forschungsteam. Diese müssten jedoch unbedingt erkannt werden, um die Sicherheit von Cannabisprodukten, insbesondere für immungeschwächte Personen, zu gewährleisten, erklärt das Team.

Durch die Durchführung ergänzender Tests konnte das Team Sporen identifizieren, die der Massenspektrometrie und dem ELISA-Test entgehen könnten.

"Eine einzige lebensfähige Spore kann bereits eine Krankheit verursachen; daher mussten wir die Analyse über die Grenzen des ELISA-Tests hinaus vorantreiben. Die Folgen mögen für die Allgemeinbevölkerung minimal sein, aber das Risiko ist für immungeschwächte Personen sehr real", argumentiert Saji George, Mitautor der Studie und Professor am Department of Food Science and Agricultural Chemistry.

Zusammenarbeit mit der Industrie


Da es äußerst schwierig ist, einen Pilz zu eliminieren, kann die Bedeutung der Prävention nicht genug betont werden, betont das Forschungsteam. Es erkundet mit Industriepartnern verschiedene Lösungen, beispielsweise den Einsatz guter Bakterien, die schädliche Pilze davon abhalten, die Kulturen zu besiedeln.

"Cannabisblüten enthalten klebrige Harze, die die Kontamination stark begünstigen. Da Pilze allgegenwärtig sind, müssen wir die Wachsamkeit in allen Phasen erhöhen, vom Anbau über die Ernte und Verarbeitung bis hin zur Lagerung", sagt Mamta Rani, Mitautorin der Studie und Forschungsmitarbeiterin im Sustainable Agri-Food Engineering and Environmental Nanotechnology (SAFE-Nano) Laboratory der McGill University.

"Sauberes Cannabis zu produzieren ist möglich. Einige Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, haben dies durch strenge Hygienepraktiken und kontrollierte Umgebungen erreicht", erklärt die Forscherin.

Und Saji George fügt hinzu: "Wir wollen nicht das Image der Industrie beschädigen, sondern ihre Nachhaltigkeit sicherstellen und Leitlinien für die Produktion sicherer Produkte bereitstellen. Wir müssen die Sicherheitsstandards verschärfen, insbesondere für therapeutisches Cannabis."