Zum allerersten Mal haben Astronomen ein Radiosignal eingefangen, das von einer besonderen Art von Sternexplosion ausgesendet wurde. Diese noch nie dagewesene Beobachtung bietet uns einen Einblick in die letzten Momente eines massereichen Sterns, kurz bevor er sich in eine Supernova verwandelt.
Dank des Very Large Array-Radioteleskops in New Mexico hat ein Team über fast anderthalb Jahre hinweg Radioemissionen verfolgt. Diese Wellen ermöglichten es, die Aktivität des Sterns im Jahrzehnt vor seinem Ende zu rekonstruieren, und genauer gesagt seine letzten fünf Lebensjahre, die von einem intensiven Massenverlust geprägt waren. Optische Teleskope allein konnten diese Details nicht enthüllen.
Künstlerische Darstellung einer Supernova - M. Weiss
Der untersuchte Stern gehört zur Kategorie der Supernovae vom Typ Ibn. Diese Ereignisse treten auf, wenn ein massereicher Stern kurz vor der Explosion große Mengen an heliumreichem Material ausstößt. Das ausgestoßene Gas wirkt auch wie eine Art kosmischer Spiegel. Wenn die Schockwelle der Supernova auf diese Materie trifft, erzeugt sie starke Radiowellen, die weitere Informationen über die letzten Momente des Sterns liefern.
Die vor und zum Zeitpunkt der Explosion gesammelten Daten deuten darauf hin, dass der Stern wahrscheinlich Teil eines Doppelsternsystems war, mit einem anderen Stern, der ihn umkreiste. Die Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Himmelskörpern könnten den extremen Massenverlust ausgelöst haben, der kurz vor der Explosion beobachtet wurde. Diese Hypothese erklärt, warum die Materie in den Jahren zuvor so schnell ausgestoßen wurde.
Bislang verließen sich Wissenschaftler hauptsächlich auf sichtbares Licht, um das Ende von Sternen zu studieren. Nun eröffnen Radiobeobachtungen einen neuen Weg, um diese Ereignisse im gesamten Universum zu verstehen. Diese Methode ermöglicht es, in der Zeit zurückzugehen und genauer zu untersuchen, was geschieht.
Laut der in The Astrophysical Journal Letters veröffentlichten Studie werden zukünftige Forschungen diesen Ansatz auf andere Supernovae ausweiten. Das Ziel ist festzustellen, wie häufig diese Episoden von Massenverlust auftreten und was sie uns über den Lebenszyklus massereicher Sterne lehren.
Supernovae vom Typ Ibn
Diese Kategorie von Sternexplosionen zeichnet sich durch die Anwesenheit von Helium in den Materialien aus, die kurz vor dem Ende des Sterns ausgestoßen werden. Dieses Phänomen ist im Vergleich zu anderen Supernova-Typen relativ selten, was jede Beobachtung für Astronomen besonders wertvoll macht.
Im Gegensatz zu klassischen Supernovae beinhalten Ereignisse vom Typ Ibn massereiche Sterne, die ihre äußere Hülle aktiv verlieren. Dieser Materieverlust schafft eine gasförmige Umgebung um den Stern, die den Ablauf der Explosion direkt beeinflusst. Die Untersuchung dieser Gase ermöglicht es, die Geschichte des Sterns über mehrere Jahre hinweg zu rekonstruieren.
Die jüngste Entdeckung zeigt, dass Radiobeobachtungen Details enthüllen können, die im optischen Licht unsichtbar sind.