🧀 Was Käse langfristig mit Ihrem Gehirn macht

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Neurology
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Eine schwedische Langzeitstudie liefert überraschende Erkenntnisse über den Käsekonsum und die Gehirnentwicklung und erschüttert einige etablierte Überzeugungen über Nahrungsfette.

Forscher haben fast 28.000 Menschen über 25 Jahre hinweg begleitet. Ihre Arbeit zeigt, dass Teilnehmer, die mehr Käse und Vollrahm konsumierten, ein geringeres Risiko hatten, kognitive Störungen zu entwickeln. Dieser Zusammenhang war besonders ausgeprägt bei Personen ohne bekannte genetische Veranlagung für die Alzheimer-Krankheit.


Um die Zuverlässigkeit zu erhöhen, schloss das Team Teilnehmer aus, die bereits zu Beginn an Demenz erkrankt waren. Es überprüfte die Ergebnisse auch, indem es diejenigen ausschloss, die in der ersten Dekade diagnostiziert wurden, und begrenzte so den Einfluss früher, krankheitsbedingter Veränderungen. Dieser Ansatz ermöglicht es, die langfristige Wirkung der Ernährung besser zu isolieren.

Diese Entdeckungen stehen im Kontrast zu den üblichen Empfehlungen, die fettarme Milchprodukte bevorzugen. Dennoch deuten frühere Arbeiten in Zeitschriften wie Neurology darauf hin, dass Käse das kardiovaskuläre Risiko nicht unbedingt erhöht. Diese Aspekte sind wichtig, weil Herzkrankheiten und Demenz gemeinsame Risikofaktoren teilen.

Wichtig ist nicht ein einzelnes Lebensmittel, sondern die gesamte Ernährung. Gewohnheiten wie die mediterrane Ernährung, reich an Gemüse, Fisch und Käse, werden mit einer besseren Gehirngesundheit in Verbindung gebracht. In der schwedischen Studie schienen die Vorteile mit dem Ersatz von verarbeitetem Fleisch durch Milchprodukte zusammenzuhängen.

Die Käsekonsumenten in der Studie waren tendenziell gebildeter und gesünder. Dies deutet darauf hin, dass der positive Effekt von einem ausgewogenen Lebensstil mit abwechslungsreicher Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität stammen könnte, und nicht vom Käse allein.

Wichtige Nährstoffe im Käse für das Gehirn


Vollfettkäse enthält mehrere Nährstoffe, die die Gehirnfunktion unterstützen können. Unter ihnen spielen die fettlöslichen Vitamine A, D und K2 eine Rolle beim Schutz der Neuronen und bei der Regulierung von Entzündungen. Diese Elemente sind häufig in nicht fettreduzierten Milchprodukten vorhanden, was die Beobachtungen der Studie teilweise erklären könnte.

Außerdem ist Käse eine Quelle für Vitamin B12, Folat, Jod, Zink und Selen. Diese Mikronährstoffe sind an der Energieproduktion der Nervenzellen und der Synthese von Neurotransmittern beteiligt. Ihre Anwesenheit in der Ernährung trägt dazu bei, eine normale Kognition im Alter aufrechtzuerhalten.

Es ist jedoch anzumerken, dass diese Nährstoffe nicht ausschließlich in Käse vorkommen. Sie finden sich auch in anderen Lebensmitteln wie Eiern, Fisch oder grünem Gemüse. Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt diesen Bedarf, ohne von einem einzigen Produkttyp abhängig zu sein.

Schließlich kann die Bioverfügbarkeit dieser Nährstoffe im Käse durch die Fermentation beeinflusst werden. Fermentierte Milchprodukte, wie einige Käsesorten, könnten aufgrund ihrer Probiotika zusätzliche Vorteile bieten, aber die Datenlage für Demenz muss noch bestätigt werden.