🧊 Extraterrestrisches Leben unter Europas Eis?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Nature Astronomy
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Während Wissenschaftler seit Jahrzehnten über die Dicke der Eishülle von Europa, dem eisigen Mond des Jupiter, debattieren, liefert eine neue Studie endlich eine klare Antwort. Ein wichtiges Ergebnis, um abschätzen zu können, ob außerirdische Organismen seinen unterirdischen Ozean besiedeln könnten.

Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, stützten sich die Forscher der NASA auf die von der Raumsonde Juno gesammelten Daten. Das Instrument Microwave Radiometer ermöglichte es, die Oberfläche während eines nahen Vorbeiflugs im Jahr 2022 zu analysieren. Die Berechnungen ergeben somit eine Dicke von etwa 30 Kilometern für den starren und kalten Teil des Eises.


Die Oberfläche Europas zeigt Anzeichen geologischer Aktivität, mit Salz und Kohlendioxid, die aus einem unterirdischen Ozean stammen könnten.
Bildnachweis: NASA/ESA/K. Retherford/SWRI

Diese Entdeckung beendet eine alte Debatte zwischen zwei gegensätzlichen Theorien. Einige Fachleute schätzten, dass die Kruste sehr dünn sei, in der Größenordnung von 1,6 Kilometern, während andere von Dutzenden von Kilometern ausgingen. Die Messung von Juno stimmt mit der zweiten Hypothese überein. Diese Information ermöglicht es somit, die Bedingungen im Inneren des Mondes besser zu erfassen.

Das Team präzisiert jedoch, dass diese Dicke je nach genauer Zusammensetzung des Eises leicht variieren könnte. Enthält es gelöstes Salz, könnte sie um etwa 5 Kilometer reduziert sein. Darüber hinaus könnte darunter eine wärmere, sich bewegende innere Schicht existieren, was die Gesamtdicke der Schale erhöhen würde.

Dieses dicke Eis stellt eine potenziell bedeutende Barriere für Leben dar. Essenzielle Elemente wie Sauerstoff und Nährstoffe, die von der Oberfläche stammen könnten, hätten einen längeren und schwierigeren Weg, um den darunter verborgenen flüssigen Ozean zu erreichen. Es ist daher ein wesentlicher Parameter, der bei der Bewertung der Habitabilität Europas zu berücksichtigen ist.

Die Ergebnisse dieser Studie kommen zu einem günstigen Zeitpunkt. Zwei Raumfahrtmissionen sind derzeit auf dem Weg zum Jupitersystem, um Europa genauer zu untersuchen. Die NASA-Sonde Europa Clipper wird um 2030 ankommen, gefolgt von der Mission Juice der Europäischen Weltraumorganisation. Diese neuen Daten werden einen nützlichen Rahmen für die Interpretation ihrer zukünftigen Beobachtungen liefern.

Dieser Fortschritt wurde durch die sorgfältige Analyse der Radiometermessungen ermöglicht. Die Details der Studie wurden am 17. Dezember in der Zeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht. Sie markiert einen bemerkenswerten Schritt in unserer Erforschung des Sonnensystems und in der Suche danach, Orte zu identifizieren, an denen Leben jenseits unseres Planeten existieren könnte.

Was wird die Mission Europa Clipper untersuchen?


Die Mission Europa Clipper ist ein großes Projekt der NASA, das derzeit auf dem Weg zum Jupiter ist. Ihr Hauptziel ist es, ab 2030 die Habitabilität des Mondes Europa zu bewerten, indem sie seinen unterirdischen Ozean, seine Eiskruste und seine Weltraumumgebung untersucht. Sie wird nicht landen, sondern zahlreiche nahe Vorbeiflüge durchführen.

Die Sonde trägt eine Reihe spezialisierter Instrumente. Hochauflösende Kameras werden die Oberfläche kartieren, um zukünftige Probennahmeorte zu identifizieren. Ein eisdurchdringendes Radar wird die innere Struktur bis in mehrere Kilometer Tiefe erkunden und dabei unter anderem nach Taschen mit flüssigem Wasser suchen.

Andere Instrumente werden die chemische Zusammensetzung von Wasserdampffahnen analysieren, die möglicherweise durch Risse entweichen. Sie werden nach organischen Molekülen oder chemischen Signaturen suchen, die auf biologische Aktivität hindeuten könnten. Ein Magnetometer wird die Wechselwirkung zwischen dem Ozean und dem Magnetfeld des Jupiter untersuchen.

Die Daten von Juno zur Eisdicke werden helfen, die Messungen des Clipper-Radars zu kalibrieren und zu interpretieren. Diese Mission stellt einen koordinierten Einsatz dar, um eine der großen Fragen der Weltraumforschung zu beantworten: Gibt es anderswo in unserem Sonnensystem Umgebungen, die für Leben geeignet sind?