🔭 Was sind diese Laserstrahlen, auf einem der leistungsstärksten astronomischen Observatorien der Welt?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Europäische Südsternwarte
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Was auf diesem scheinbar gewöhnlichen Bild eines astronomischen Observatoriums ins Auge fällt, sind die Laserstrahlen, die die Dunkelheit durchbohren. Dieses Bild ist nicht nur ästhetisch; es veranschaulicht eine fortschrittliche Methode, das Kosmos mit beispielloser Genauigkeit zu beobachten.

Diese Fotografie, aufgenommen vom Astrofotografen Alexis Trigo am Paranal-Observatorium, das die Teleskope beherbergt, die gemeinsam das "Very Large Telescope (VLT)" – oder "Sehr Großes Teleskop" – bilden, zeigt die vier Teleskope namens Antu, Kueyen, Yepun und Melipal. Jedes besitzt einen Hauptspiegel mit 8,2 Metern Durchmesser, was die Untersuchung ferner Exoplaneten oder entfernter Galaxien ermöglicht. Im Vordergrund befindet sich ein kleines Hilfsteleskop, das auf Schienen beweglich ist, um die Lichtsammelleistung bei Bedarf zu erhöhen.


Die MilchstraĂźe leuchtet ĂĽber dem Very Large Telescope in Chile. Bildnachweis: A. Trigo/ESO

Die auf dem Bild sichtbaren Laser sind auf die obere Erdatmosphäre gerichtet. In etwa 90 Kilometern Höhe treffen sie auf Natriumatome, die dann wie kleine Lichtpunkte zu leuchten beginnen. Diese Leitsterne dienen als Zielmarken für die Systeme der adaptiven Optik, die die durch die Atmosphäre verursachten Unschärfeeffekte in Echtzeit korrigieren.

Diese adaptive Optik ist ein Schlüsselelement moderner Teleskope. Durch die Verfolgung der fluktuierenden Bewegung dieser künstlichen Leitsterne ist es möglich, die von der Atmosphäre verursachten optischen Störungen in Echtzeit abzuleiten. Die verformbaren Spiegel der Observatorien passen dann ihre Form mehrmals pro Sekunde an. Diese Aktion kompensiert die atmosphärischen Turbulenzen und liefert theoretisch Aufnahmen, die so scharf sind, als befände sich das Instrument im Weltraum. Diese Verbesserung ist entscheidend für die Entdeckung von Planeten um andere Sonnen oder die Beobachtung winziger Details in Galaxien.

Bis vor kurzem war nur das Teleskop Melipal mit diesen Lasern ausgestattet. Im Dezember 2025 erhielten die drei anderen großen Teleskope ihre eigenen Systeme, wodurch ein Sternbild aus Leitsternen entstand. Das Very Large Telescope kann somit mit erhöhter Präzision arbeiten, insbesondere für interferometrische Instrumente wie den VLTI und GRAVITY+, die das Licht mehrerer Teleskope kombinieren.

Dank dieser Fortschritte sammeln Astronomen feinere Informationen über den Kosmos. Die Möglichkeit, atmosphärische Verzerrungen zu korrigieren, eröffnet neue Chancen für Entdeckungen über die Sternentstehung, die Natur schwarzer Löcher oder die Suche nach Lebenszeichen auf Exoplaneten. Das Paranal-Observatorium bleibt somit an der Spitze der Himmelsforschung.