💀 Prähistorische Gräber: Analysierte DNA überrascht Forscher

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Proc Biol Sci
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Die archäologische Stätte Ajvide in Schweden, die auf etwa 5.500 Jahre datiert wird, ist für ihre besonders gut erhaltenen Gräber bekannt. Zu dieser Zeit, als sich die Landwirtschaft in Europa verallgemeinerte, bewahrten die Gemeinschaften im Norden eine auf Robbenjagd und Fischerei basierende Lebensweise.

Dank Wissenschaftlern der Universität Uppsala wurde die DNA von zehn Individuen aus vier Kollektivgräbern analysiert. Ihre Arbeit, veröffentlicht in Proc Biol Sci, zeigt, dass die gemeinsam Bestatteten oft entfernte Verwandte waren, wie Cousins und Cousinen oder Onkel.


Alte Gräber in Ajvide, Schweden, liefern neue Hinweise auf das Sozialleben in der Steinzeit. Die DNA-Analyse zeigt, dass Jäger und Sammler bei Bestattungen auch erweiterte Familienbeziehungen berücksichtigten. Hier waren ein Mädchen und eine junge Frau Verwandte dritten Grades.
Bildnachweis: Johan Norderäng

Dies ist eine Überraschung für die Forscher. Um dies zu verdeutlichen: Ein Grab enthielt eine junge Frau, begleitet von zwei Kindern, die nicht ihre eigenen waren, sondern wahrscheinlich ihre Nichten und Neffen. Ein anderes Grab enthielt ebenfalls zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen, die durch die Genanalyse als Cousin und Cousine identifiziert wurden.

Diese Grabanordnungen zeigen, dass die Kenntnis der familiären Abstammung über den engen Kern hinausging. So nahmen Verwandtschaftsbeziehungen zweiten oder dritten Grades einen wichtigen Platz in den Ritualen ein, ein Zeichen der sozialen Anerkennung erweiterter Bindungen.

Um diese Verwandtschaftsgrade festzustellen, verglichen die Forscher den Anteil gemeinsamer DNA. Verwandte ersten Grades, wie Eltern und Kinder, haben etwa 50 % gemeinsame DNA, während Cousins und Cousinen etwa 12,5 % teilen.

Diese Entdeckung bietet somit einen neuen Blickwinkel auf die soziale Organisation von Jägern und Sammlern. Sie deutet darauf hin, dass die Gemeinschaften erweiterten Verwandtschaftsnetzwerken Bedeutung beimaßen, was den Zusammenhalt und die Überlebenschancen der Gruppe festigen konnte.

In der Folge plant dieses Pilotprojekt, mehr als 70 weitere Individuen aus Ajvide zu untersuchen. Das Ziel besteht darin, das Verständnis der Lebensgeschichten und Bestattungstraditionen dieser alten Bevölkerungen zu verfeinern.

Das Sozialleben neolithischer Jäger und Sammler


Die Jäger und Sammler des Neolithikums lebten in kleinen, mobilen Gruppen, die von natürlichen Ressourcen wie Jagd und Fischfang abhängig waren. Ihr Fortbestehen beruhte auf Kooperation, dem Teilen von Wissen und einer flexiblen Organisation, die sich nach den Jahreszeiten richtete. Diese Gemeinschaften unterhielten regelmäßig Verbindungen zu anderen Gruppen, um Güter oder Partner auszutauschen.

Erweiterte Verwandtschaftsnetzwerke spielten eine zentrale Rolle bei gegenseitiger Hilfe und kultureller Weitergabe. Verbindungen zwischen verschiedenen Gruppen ermöglichten es, Allianzen zu festigen und Inzucht zu begrenzen. Solche Praktiken förderten die genetische Vielfalt und eine bessere Anpassung an Veränderungen der Umwelt.

Bestattungsriten, wie die in Ajvide beobachteten, verkörpern diese sozialen Werte. Gemeinsame Bestattung entfernter Verwandter konnte die Einheit des Clans und den Respekt gegenüber den Vorfahren repräsentieren. Diese Gesten stärkten die kollektive Identität und die gemeinsamen Erinnerungen innerhalb der Gemeinschaft.