Eine neue Methode zur Beobachtung von Materialien könnte die Entwicklung neuer Batterien beschleunigen.
Festkörperbatterien ersetzen die übliche Flüssigkeit durch ein festes Material, sie sind weniger entflammbar und könnten mehr Energie speichern. Ihre Effizienz hängt jedoch von einem entscheidenden Element ab: der Fähigkeit der Ionen, sich schnell innerhalb des Feststoffs zu bewegen.
Mobile Ionen (orange) bewegen sich durch die Atomstruktur eines festen Natrium-Elektrolyten. Bildnachweis: Dr. Manuel Grumet, Dr. Waldemar Kaiser von der Technischen Universität München
Die Suche nach den richtigen Materialien bleibt kompliziert. Das Testen jedes Kandidaten erfordert Zeit und aufwändige Berechnungen, und die präzise Simulation der Ionenbewegung, besonders bei hohen Temperaturen, beansprucht viel Rechenleistung.
Ein origineller Ansatz besteht darin, das von diesen Materialien gestreute Licht zu beobachten. Wenn sich Ionen frei bewegen, stören sie leicht die Anordnung der Atome. Diese Bewegung hinterlässt eine besondere Signatur im analysierten Licht, das sogenannte Raman-Spektrum. Die Forscher kombinierten diese Idee mit künstlicher Intelligenz. Ihre Modelle können diese Lichtsignaturen vorhersagen, ohne jedes Detail simulieren zu müssen. Das Ergebnis: viel schnellere und kostengünstigere Berechnungen.
Bei der Anwendung ihrer Methode auf natriumhaltige Materialien identifizierten die Wissenschaftler einen klaren Hinweis: Wenn sich Ionen leicht bewegen, erscheinen intensive Signale bei niedriger Frequenz im Raman-Spektrum. Umgekehrt fehlen diese Signale, wenn die Ionen in ihren Bewegungen stärker eingeschränkt sind. Dieser Unterschied ermöglicht es, gute Leiter von weniger leistungsfähigen Materialien schnell zu unterscheiden.
Im weiteren Sinne schafft diese Methode eine direkte Verbindung zwischen numerischen Simulationen und realen Experimenten. Sie ermöglicht eine effiziente Vorauswahl von Materialien noch vor ihrer Herstellung. Das Ziel ist klar: die Entdeckung leistungsstarker Festkörperelektrolyte beschleunigen. Dies könnte die Entwicklung sichererer, langlebigerer Batterien mit besserer Reichweite begünstigen.