Auf Jupiter setzen Blitze eine titanische Energie frei: bis zu einer Million Mal so viel Leistung wie bei denen, die wir von der Erde kennen.
Diese Erkenntnis verdanken wir vor allem der NASA-Mission Juno. Seit ihrer Ankunft im Jahr 2016 nutzt die Sonde ihre Instrumente, um Funksignale einzufangen, und liefert so präzisere Messungen als frühere visuelle Beobachtungen, die oft durch die dicke Wolkenschicht des Planeten gestört wurden.
Künstlerische Darstellung der Verteilung von Blitzen auf der Nordhalbkugel des Jupiter, die ein Foto der JunoCam mit kreativen Ergänzungen kombiniert. Credit: NASA/JPL-Caltech/SwRI/JunoCam
Um die Signale der Blitze zu isolieren, mussten die Wissenschaftler erhebliche Hindernisse überwinden. Auf Jupiter gibt es meist mehrere Stürme gleichzeitig, was die Zuordnung ihrer Herkunft erschwert. Eine ruhige Phase im nördlichen Äquatorialgürtel in den Jahren 2021 und 2022 ermöglichte es, sich auf einzelne Gewitter zu konzentrieren, die "Super-Stürme im Verborgenen" getauft wurden.
Anhand der Funksignale stellte das Team fest, dass die gemessenen Blitze im Allgemeinen zwischen einer mit ihren irdischen Pendants vergleichbaren Stärke und etwa hundertmal stärker lagen. Diese Ergebnisse gelten heute als die zuverlässigsten Schätzungen. Es werden sogar viel höhere Werte genannt – bis zu einer Million Mal so stark wie auf der Erde –, die in einigen noch zu verfeinernden Schätzungen vorkommen.
Die Atmosphäre des Jupiter, die hauptsächlich aus Wasserstoff besteht, hat eine andere Zusammensetzung als die der Erde. Dieser Unterschied beeinflusst die Konvektion, den Mechanismus, der Wärme transportiert. Auf Jupiter ist feuchte Luft dichter und benötigt mehr Energie zum Aufsteigen, was die Intensität der Blitze bei Stürmen erklären könnte.
Die Entstehungsprozesse der Blitze scheinen jedoch denen auf unserem Planeten ähnlich zu sein, mit der Kondensation von Wasserdampf in kalten Höhen. Die genaue Ursache für ihre enorme Stärke muss jedoch noch geklärt werden, wie Michael Wong, ein Experte für Planetenforschung, in einer Mitteilung der Universität Berkeley erklärte.