✨ Winde mit einer Geschwindigkeit von 3,21 Millionen Kilometern pro Stunde gemessen

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Nature
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Das Weltraumteleskop XRISM der NASA hat gerade Winde, also Bewegungen von Gas, mit der atemberaubenden Geschwindigkeit von 3,21 Millionen Kilometern pro Stunde gemessen. Diese Beobachtung deckt extrem energiereiche Prozesse in Galaxien auf, in denen eine schnelle Sternentstehung stattfindet.

Messier 82, auch Zigarren-Galaxie genannt, befindet sich in etwa 12 Millionen Lichtjahren Entfernung von der Erde im Sternbild Großer Bär. Sie wird als Starburst-Galaxie klassifiziert und produziert Sterne zehnmal schneller als unsere Milchstraße. Ihre Winde, die Gas und Staub weit aus dem Kern heraus schleudern, erstrecken sich über zehntausende von Lichtjahren.


M82, aufgenommen vom Chandra-Observatorium in Röntgenstrahlen und den Weltraumteleskopen Hubble und Spitzer.
Bildnachweis: NASA's Goddard Space Flight Center; Röntgen: NASA/CXC/JHU/D.Strickland; Optisch: NASA/ESA/STScI/AURA/The Hubble Heritage Team; Infrarot: NASA/JPL-Caltech/Univ. of AZ/C. Engelbracht; XRISM Collaboration et al. 2026

Um diese Messungen zu erreichen, analysierte das Instrument Resolve an Bord von XRISM die von überhitztem Eisen im Zentrum von M82 ausgesandten Röntgenstrahlen. Dieser Ansatz bestätigte, dass die Winde von Störungen angetrieben werden, die von der Sternentstehung und Supernovae ausgehen. Den Forschern zufolge untermauern diese Daten teilweise die seit den 1980er Jahren entwickelten theoretischen Modelle mit bisher unerreichter Genauigkeit, wie die Zeitschrift Nature berichtet.

Im Zentrum der Galaxie erreicht die Temperatur ihren Höhepunkt bei 25 Millionen Grad Celsius und erzeugt einen so starken Druck, dass Gas nach außen ausgestoßen wird. Dieser Mechanismus erinnert an irdische Winde, bei denen Luft von Hochdruckgebieten zu Tiefdruckgebieten strömt. Das Team stellt fest, dass diese extreme Hitze der Hauptantrieb für die beobachteten massiven Ausflüsse ist.

Obwohl die gemessene Geschwindigkeit den Ausstoß von vier Sonnenmassen pro Jahr erklären könnte, deuten die gesammelten Informationen darauf hin, dass tatsächlich sieben Sonnenmassen ausgestoßen werden. Die zusätzlichen drei Massen scheinen sich zu verflüchtigen und entgehen jeglicher Detektion. Die Wissenschaftler vermuten, dass dieses heiße Gas auf anderen Wegen entweichen könnte, doch dieser Punkt muss noch geklärt werden.

XRISM wird seine Beobachtungen von M82 fortsetzen, um die Modelle von Starburst-Galaxien zu verfeinern. Diese Arbeiten helfen besser zu verstehen, wie die stellare Aktivität die galaktische Evolution lenkt.