📡 Außerirdische Technosignaturen: Wir haben von Anfang an falsch gelegen

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: The Astronomical Journal
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Laut einer Analyse ist es plausibel, dass Technosignaturen, Botschaften außerirdischen Ursprungs, die Erde bereits durchquert haben, aber völlig unbemerkt geblieben sind. Während die Jagd nach Signalen außerirdischen Ursprungs sich normalerweise auf unsere galaktische Nachbarschaft konzentriert, stellt eine neue Forschungsarbeit diesen lokalen Ansatz in Frage.

Der Physiker Claudio Grimaldi griff auf eine statistische Methode zurück. Sein Modell bewertet, wie viele künstliche Signale seit dem Start der Suchprogramme unseren Planeten hätten kreuzen müssen, damit eine Entdeckung heute wahrscheinlich wäre. Dieser Berechnungsrahmen berücksichtigt mehrere Parameter, wie die vermutete Langlebigkeit der Emissionen und die Fähigkeiten unserer Instrumente.


Beispiel einer Dyson-Sphäre, die eine nachweisbare Technosignatur besäße.
Bild Wikimedia

Das Potenzial für eine Entdeckung scheint am günstigsten zu sein, wenn das Beobachtungsfeld auf große Entfernungen ausgedehnt wird, jenseits der üblicherweise beobachteten paar hundert Lichtjahre. Wenn die technologischen Emissionen in der Milchstraße ausreichend beständig und weit verbreitet sind, könnten Signale aus mehreren tausend Lichtjahren Entfernung identifizierbar sein.

Diese Erkenntnisse lenken Projekte wie SETI zu neuen Strategien. Das Ziel ist es, Beobachtungen zu bevorzugen, die große Teile der Galaxie über weite Tiefen von mehreren tausend Lichtjahren abdecken. Die stetige Verbesserung der instrumentellen Technologie spielt eine große Rolle, da sie nach und nach ermöglicht, schwächere oder unerwartete Emissionen zu erfassen.

Das in The Astronomical Journal veröffentlichte Modell berücksichtigt sowohl in alle Richtungen ausgesendete Signale als auch gerichtete Emissionen, wie Laserstrahlen. Diese vereinheitlichte Methode gibt eine Schätzung der Kontaktwahrscheinlichkeit in Abhängigkeit von der Langlebigkeit der Signale und der Leistung unserer Detektoren. Sie hebt hervor, dass das Ausbleiben einer Entdeckung bis heute nicht zwingend die Nichtexistenz technologischer Zivilisationen bedeutet.

Anstatt sich nur auf nahegelegene Sterne zu konzentrieren, könnte es daher notwendig sein, systematisch große Raumvolumen zu untersuchen. Diese Methode würde die Chancen, auf ein Signal zu stoßen, erheblich erhöhen.

Technosignaturen: Spuren ferner Technologien


Eine Technosignatur bezeichnet jede beobachtbare Spur, die auf die Präsenz fortschrittlicher Technologie jenseits der Erde hinweisen könnte. Dazu gehören künstliche Funkübertragungen, Laserimpulse oder auch die von großen Bauwerken erzeugte Wärme. Diese Signale breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus und können für sehr unterschiedliche Zeiträume bestehen bleiben.

Die Identifizierung dieser Spuren beruht auf zwei Hauptbedingungen. Erstens muss das Signal unseren Planeten erreichen. Zweitens müssen unsere Instrumente empfindlich genug und richtig ausgerichtet sein, um es zu identifizieren. Ein Signal kann unbemerkt bleiben, wenn es zu schwach, zu kurzlebig oder auf einer nicht beobachteten Frequenz ausgesendet wird.

Die Suche nach diesen Signaturen beschränkt sich nicht auf intentionelle Botschaften. Sie umfasst auch indirekte Phänomene, wie die Veränderung der Umwelt eines Planeten oder das Vorhandensein künstlicher Objekte im Orbit.

Während die meisten kurzlebig sind, bräuchte es viel Glück, sie einzufangen. Wenn einige dauerhaft sind, könnten sie selbst in großen Entfernungen nachweisbar sein und so ein breiteres Fenster für Beobachtungen bieten.