🌍 Einzigartig: Mexiko sinkt bis zu 35 cm pro Jahr

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: NASA
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Die mexikanische Hauptstadt Mexiko-Stadt sinkt mit alarmierender Geschwindigkeit: Ein Radarsatellit hat gerade das genaue Ausmaß dieses PhĂ€nomens offenbart. Weit entfernt von einer bloßen geologischen KuriositĂ€t senkt sich diese 20-Millionen-Einwohner-Stadt an manchen Stellen bis zu 35 Zentimeter pro Jahr. Dank des Satelliten NISAR – einer Zusammenarbeit zwischen der NASA und der ISRO – können Wissenschaftler diese Bewegung nun Millimeter fĂŒr Millimeter verfolgen.

FĂŒr diese prĂ€zisen Messungen wurde der Satellit NISAR im Juli 2025 gestartet. Er ist mit zwei synthetischen Apertur-Radaren ausgestattet, einem im L-Band und einem im S-Band. Das von der NASA entwickelte L-Band-Radar ist besonders empfindlich gegenĂŒber VerĂ€nderungen von Gestein und Eis – mit ihm konnte die Absenkung Mexikos kartiert werden. Der Satellit ĂŒberfliegt alle 12 Tage die gesamte Erde und bietet einen globalen und regelmĂ€ĂŸigen Blick auf OberflĂ€chenverformungen.


Seit 1925 ist bekannt, dass die Stadt aufgrund der Grundwasserentnahme in einem ausgetrockneten See absinkt. Die ĂŒbermĂ€ĂŸige Wasserentnahme verdichtet die Sedimentschichten, und das Gewicht der GebĂ€ude verschlimmert das PhĂ€nomen. Die SchĂ€den sind sichtbar: Risse in den Straßen, Absenkungen der U-Bahn.

Das Radarbild von Mexiko gleicht einem blauen und gelben Farbfleck. Die blauen Bereiche zeigen eine Absenkung von mindestens 2 Zentimetern zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 wĂ€hrend der Trockenzeit und offenbaren eine jĂ€hrliche Rate, die an manchen Stellen bis zu 35 Zentimeter erreicht. Die gelben und grĂŒnen Bereiche stellen Restrauschen dar, das mit jedem weiteren Überflug des Satelliten abnimmt. Diese ersten Daten bestĂ€tigen, dass NISAR einwandfrei funktioniert.

Laut den Wissenschaftlern der Mission ist NISAR der erste Satellit, der zwei Radar-FrequenzbĂ€nder kombiniert. Das L-Band (1–2 GHz) dringt besser in den Boden ein, wĂ€hrend das S-Band (2–4 GHz) besser fĂŒr Vegetation geeignet ist. Diese DoppelfĂ€higkeit wird es ermöglichen, dicht bewaldete KĂŒstenregionen zu ĂŒberwachen, in denen die Absenkung den Meeresspiegelanstieg verschlimmert.


Visualisierung des NISAR-Satelliten ĂŒber der Erde.
Bildnachweis: NASA/JPL-Caltech

Die Bilder von Mexiko sind nur der Anfang. Mit seiner globalen Abdeckung alle 12 Tage verspricht NISAR zahlreiche Entdeckungen, sei es zum RĂŒckzug der Gletscher, zu tektonischen Bewegungen oder zur Ausbreitung von BrĂ€nden.