🐩 Die Vögel der Stadt haben mehr Angst vor Frauen als vor MĂ€nnern – warum?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: People and Nature
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Die Vögel der Stadt zeigen ein ĂŒberraschendes Verhalten gegenĂŒber Menschen: Sie fliegen schneller auf, wenn die sich nĂ€hernde Person eine Frau ist, statt ein Mann. Diese Beobachtung, die in mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern wiederholt wurde, ist statistisch fundiert und betrifft hĂ€ufige Arten wie Kohlmeisen, Haussperlinge oder Amseln. Dennoch bleibt der Ursprung dieses Unterschieds ungeklĂ€rt.

FĂŒr diese Studie fĂŒhrten Wissenschaftler aus fĂŒnf LĂ€ndern, darunter Frankreich und Deutschland, ein einfaches Protokoll durch. MĂ€nnliche und weibliche Teilnehmer, sorgfĂ€ltig nach GrĂ¶ĂŸe und Kleidung abgestimmt, gingen in stĂ€dtischen Parks direkt auf Vögel zu. Die Fluchtdistanz wurde in dem Moment gemessen, als der Vogel aufflog.


Bildillustration Pixabay

Im Durchschnitt konnten MÀnner sich den Vögeln um einen Meter weiter nÀhern als Frauen, und dieses Muster zeigte sich bei allen 37 beobachteten Arten, von Elstern bis Tauben.

Die Forscher stellen mehrere Hypothesen auf, um dieses PhĂ€nomen zu erklĂ€ren. Die Vögel könnten sich an olfaktorischen Hinweisen, der Körperform oder dem Gang orientieren. Professor Daniel Blumstein stellt sich ein Experiment vor, das vom 'Ministerium fĂŒr das Gehen' der Monty Python inspiriert ist, um die Wirkung der Gangart zu testen. Diese AnsĂ€tze bleiben jedoch spekulativ, und der genaue Grund ist nicht geklĂ€rt.

Um tiefer zu gehen, planen die Forscher, die verschiedenen Faktoren wie Bewegungen oder GerĂŒche getrennt zu testen. Die 2701 gesammelten Beobachtungen bieten eine solide Grundlage, aber ergĂ€nzende Studien sind notwendig, um diese Ergebnisse zu bestĂ€tigen und die zugrundeliegenden Mechanismen zu verstehen.

Die in der Fachzeitschrift People and Nature veröffentlichte Studie wirft Fragen zur Tierwahrnehmung im stÀdtischen Umfeld auf. Die Vögel der Stadt sind in der Lage, Details zu unterscheiden, die Menschen nicht wahrnehmen.

Die Forscher hoffen, dass ihre Arbeit andere Teams dazu anregt, das Experiment in anderen Umgebungen zu wiederholen, beispielsweise mit lĂ€ndlichen Vögeln. Ein solcher Vergleich wĂŒrde zeigen, ob diese UnterscheidungsfĂ€higkeit nur bei Stadtvögeln vorkommt oder allgemeiner ist.

Die Fluchtdistanz: ein Indikator fĂŒr Toleranz


Die Fluchtdistanz ist ein SchlĂŒsselkonzept in der Verhaltensökologie. Sie misst die minimale Entfernung, die ein Tier einem potenziellen Fressfeind erlaubt, sich zu nĂ€hern, bevor es flieht. Je grĂ¶ĂŸer diese Distanz, desto Ă€ngstlicher ist das Tier. Dieser Indikator ermöglicht es, die Toleranz von Arten gegenĂŒber Menschen zu bewerten, insbesondere in stĂ€dtischen Gebieten, wo der Kontakt hĂ€ufig ist.

Forscher nutzen die Fluchtdistanz oft, um die Anpassung von Tieren an die Anwesenheit von Menschen zu untersuchen. Durch den Vergleich der Distanzen unter verschiedenen Bedingungen können sie die Auswirkungen von Urbanisierung, Jagd oder Tourismus ableiten.