💥 Der Ursprung der seltenen blauen kosmischen Explosionen endlich identifiziert?

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: arXiv
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Seltene blaue kosmische Explosionen, sogenannte LFBOT, könnten aus der Kollision eines Schwarzen Lochs oder eines Neutronensterns mit einem Wolf-Rayet-Stern entstehen. Seit 2018 wurden diese Ereignisse nur vierzehn Mal nachgewiesen, und ihre anhaltend blaue Farbe sowie ihre Entwicklung innerhalb weniger Tage gleicht nichts anderem Bekanntem.

Im Gegensatz zu klassischen Supernovas, die über mehrere Wochen hinweg verblassen, erreichen LFBOT ihre Helligkeitsspitze innerhalb weniger Tage und bleiben blau – ein Zeichen für extrem hohe Temperaturen. Ihre Seltenheit macht es schwierig, ihren Ursprung zu bestimmen.


Eine neue Studie schlägt ein neuartiges Szenario vor: Ein Schwarzes Loch oder ein Neutronenstern kollidiert mit einem Wolf-Rayet-Stern, den heißesten Sternen im Universum. Diese massereichen Sterne haben ihre Wasserstoffhülle verloren. In diesem Modell entwickelt sich ein Doppelsternsystem, bis einer der Sterne zu einem kompakten Objekt kollabiert, das Hunderte von Jahren später auf seinen Begleiter trifft.

Konkurrierende Modelle wie Supernovae oder Gezeitenzerrereignisse durch ein Schwarzes Loch haben Schwierigkeiten, alle Eigenschaften der LFBOT zu erklären, insbesondere ihre dichte zirkumstellare Umgebung. Die Forscher gehen daher davon aus, dass diese Explosionen aus einem einzigartigen Prozess stammen, und die Kollision mit einem Wolf-Rayet-Stern entspricht allen Beobachtungen.

Um diese Hypothese zu bestätigen, müssen mehr LFBOT entdeckt werden. Das Vera C. Rubin-Teleskop mit seiner LSST-Durchmusterung sollte es ermöglichen, Hunderte davon zu entdecken, darunter auch die schwächsten und entferntesten. Dies wird zeigen, wie sich diese Phänomene im Laufe der kosmischen Zeit entwickelt haben.

Wolf-Rayet-Sterne: Ultrheiße Riesen


Wolf-Rayet-Sterne gehören zu den massereichsten und heißesten Sternen im Universum. Ihre Oberflächentemperatur kann 30.000 bis 200.000 Grad Celsius erreichen. Ihre Besonderheit ist, dass sie ihre äußere Wasserstoffhülle verloren haben, sodass ihr Heliumkern freiliegt. Dieser Verlust ist auf sehr starke Sternwinde zurückzuführen, die Materie mit hoher Geschwindigkeit wegblasen.

Diese Sterne sind selten und haben eine kurze Lebensdauer von nur wenigen Millionen Jahren. Sie entwickeln sich oft in Doppelsternsystemen, wo ein Begleitstern ihre Entblätterung beschleunigen kann. Ihr Schicksal ist in der Regel, als Supernova zu enden; manche können Schwarze Löcher oder Neutronensterne hervorbringen.

In dem für LFBOT vorgeschlagenen Modell wird ein Wolf-Rayet-Stern von einem kompakten Objekt getroffen. Die Kollision setzt eine gewaltige Energie frei, die die beobachtete blaue Explosion erzeugt. Das Verständnis dieser Sterne hilft daher, die Ursprünge dieser hellen Phänomene besser zu erfassen.