Vor zwanzig Jahren verlor Pluto seinen Planetenstatus, eine Entscheidung, die immer noch Debatten auslöst. Heute möchte der neue NASA-Chef, Jared Isaacman, ihm seinen einstigen Glanz zurückgeben. In einer Anhörung vor dem US-Senat sprach er sich deutlich für dieses Anliegen aus und versprach, mit der Wissenschaftsgemeinschaft zusammenzuarbeiten, um diese Klassifizierung zu überprüfen.
Um diese Debatte zu verstehen, muss man auf die 2006 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) festgelegten Regeln zurückblicken. Es wurden drei Kriterien aufgestellt: die Sonne umkreisen, eine ausreichende Masse haben, um eine kugelförmige Form anzunehmen, und ihre Umlaufbahn von Trümmern freigeräumt haben. Pluto erfüllt die ersten beiden, aber nicht das dritte, da er sich seine Zone mit anderen Objekten des Kuipergürtels teilt. Dennoch weisen Gegner darauf hin, dass auch die Erde und Jupiter mit Asteroiden in Kontakt stehen, was die Kohärenz dieser Regel in Frage stellt.
Der NASA-Chef Jared Isaacman sagt bei einer Anhörung zum Haushalt 2027 der Behörde aus. Bildnachweis: NASA/Joel Kowsky
Jared Isaacman, Milliardär und Privatastronaut, wurde im Dezember 2025 zum NASA-Administrator ernannt. Auf die Frage des Senators Jerry Moran erklärte er, er gehöre zum Lager „Make Pluto a planet again“. Er fügte hinzu, sein Team bereite Dokumente vor, um die Debatte in der Wissenschaftsgemeinschaft neu zu entfachen und dem Amerikaner Clyde Tombaugh, dem Entdecker Plutos, die Anerkennung zu verschaffen, die ihm seiner Meinung nach zusteht.
Die Entscheidungsbefugnis liegt jedoch bei der IAU, einer weltweiten Organisation professioneller Astronomen. Die NASA kann lediglich die Diskussion anregen, ohne eine Änderung zu erzwingen. Jared Isaacman räumte dies ein und erklärte, er wolle das Thema bei den Wissenschaftlern „eskalieren“ lassen. Die IAU bleibt alleinige Instanz, um zu definieren, was ein Planet ist.
Im Juli 2015 überflog die NASA-Sonde New Horizons zum ersten Mal Pluto und enthüllte eine erstaunlich vielfältige Welt mit Bergen und Stickstoffgletschern. Trotz dieser spektakulären Bilder hat die IAU ihre Entscheidung nicht revidiert. Es bleibt abzuwarten, ob das öffentliche Engagement des NASA-Chefs diesmal die Waage zugunsten einer Reintegration ausschlagen lassen kann. Die Debatte ist noch offen, und die Befürworter hoffen, dass neue Beweise die IAU überzeugen können.
Der Kuipergürtel: ein Reservoir eisiger Welten
Diese riesige Region des Sonnensystems, jenseits der Neptunbahn gelegen, erstreckt sich von 30 bis 50 Astronomischen Einheiten von der Sonne. Sie enthält Milliarden von eisigen Objekten, darunter Kometen, Asteroiden und Zwergplaneten wie Pluto. In den 1990er Jahren entdeckt, hat der Kuipergürtel unser Verständnis des äußeren Sonnensystems verändert. Man schätzt, dass er mehr als 100.000 Objekte mit einem Durchmesser von über 100 km beherbergt. Pluto ist sein bekanntester Vertreter, aber auch andere Welten wie Eris, Haumea oder Makemake befinden sich dort und gelten als Überreste der Entstehung des Sonnensystems.
Die Anwesenheit zahlreicher planetengroßer Objekte veranlasste die IAU, die Kategorie der „Zwergplaneten“ zu definieren, die sich von den „Planeten“ unterscheidet und deren Prototyp Pluto ist. Die Erforschung durch New Horizons im Jahr 2015 zeigte, dass Pluto eine aktive Geologie mit Stickstoffgletschern und möglicherweise einem unterirdischen Ozean besitzt. Diese Entdeckungen untermauern die Idee, dass die Unterscheidung zwischen Planet und Zwergplanet weiterhin ein umstrittenes Thema ist.