☄️ Dieses erdnahe Objekt ist kein Asteroid: seine Flugbahn ändert sich

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Seit fast dreißig Jahren wird 1998 SH2 als Asteroid mit einer erdnahen Umlaufbahn betrachtet. Wissenschaftler haben nun ein ungewöhnliches Verhalten und Änderungen der Flugbahn entdeckt.

Die Entdeckung begann am 28. August 2025, als 1998 SH2 in etwa 3 Millionen Kilometern Entfernung an unserem Planeten vorbeiflog. Die Forscher wollten ihn mit dem Planetenradar des Deep Space Network der NASA beobachten. Aber das Objekt erschien nicht an der von den Berechnungen vorhergesagten Stelle.

a und b: Ansichten des ATLAS-Teleskops, aufgenommen am 3. und 4. September 2025. Die leichte Dehnung des Objekts ist auf seine Bewegung während einer 30-sekündigen ATLAS-Belichtung zurückzuführen.
c: Medianüberlagerung der acht Aufnahmen vom 3. und 4. September im Maßstab von 2″ pro Pixel. Weder Koma noch Schweif sind hier sichtbar.

Dieser Unterschied ließ sich nicht allein durch die Gravitationsanziehung der Sonne und der Planeten erklären. Bei der Analyse der seit seiner Entdeckung gemessenen Positionen identifizierten die Astronomen sogenannte nichtgravitative Störungen. Sie deuteten darauf hin, dass eine zusätzliche Kraft seine Flugbahn allmählich veränderte.

Die wahrscheinlichste Erklärung war eine Ausgasung. Wenn die Sonnenwärme auf unter der Oberfläche befindliches Eis trifft, verwandelt sich dieses in Gas. Beim Entweichen wirkt dieses Gas wie ein winziger Antrieb: Es übt einen schwachen, aber ausreichenden Schub aus, um die vorhergesagte Position des Objekts zu verschieben.

Die Forscher nutzten anschließend mehrere Teleskope, um diese Hypothese zu überprüfen. Die Beobachtungen mit dem Canada-France-Hawaii-Teleskop, dem dänischen Teleskop der Europäischen Südsternwarte und dem Very Large Telescope zeigten einen schwachen Schweif um 1998 SH2.

Diese schwer zu erkennende Struktur weist darauf hin, dass das Objekt eine kometarische Aktivität aufweist. Es erhält daher eine neue Bezeichnung: P/1998 SH2. Sein ursprüngliches Aussehen hatte dazu geführt, dass es als Asteroid eingestuft wurde, da zuvor weder Koma noch ein deutlicher Schweif beobachtet worden waren.

Dieser Fall zeigt, dass die Grenze zwischen Asteroiden und Kometen manchmal weniger scharf ist, als es scheint. Manche Objekte können Eis enthalten, aber zu wenig Gas und Staub produzieren, um direkt von Teleskopen identifiziert zu werden.

Die Entdeckung ist auch für die Planetenverteidigung von Interesse. Die Ausgasung kann die Flugbahn eines Kometen verändern, was bei einem Asteroiden nicht der Fall ist. Es ist daher unerlässlich, solche Störungen zu erkennen, um die Verfolgung erdnaher Objekte und die Bewertung ihrer zukünftigen Flugbahn zu verbessern.