Die Larven der Schraubenwurmfliege, einer Fliege, ernähren sich von lebendem Gewebe. Sie sind das Paradebeispiel für fleischfressende Parasiten, direkt aus einem Horrorfilm.
Die Schraubenwurmfliege, oder Cochliomyia hominivorax, legt ihre Eier in Wunden oder Schleimhäute von Warmblütern. Nach dem Schlüpfen dringen die Larven in das Gewebe ein und verschlimmern die Wunde schnell. Ohne Behandlung kann der Befall zum Tod des Tieres führen. In seltenen Fällen kann er auch Menschen befallen.

Männliche Schraubenwurmfliege
Bild Wikimedia
Um den Kampf gegen diese parasitäre Fliege zu verstärken, bereiten Forscher in Panama Freilandversuche mit einem gentechnisch veränderten Stamm vor. Getauft als NovoFly, könnte dieser die Anzahl verfügbarer steriler Insekten erhöhen, um ihr Vordringen zu bekämpfen.
Die Methode basiert auf einer bereits seit Jahrzehnten verwendeten Technik. Durch Bestrahlung sterilisierte Männchen werden in großer Zahl freigelassen. Sie paaren sich mit wilden Weibchen, die sich dann nicht fortpflanzen. Da sich diese Weibchen normalerweise nur einmal paaren, reduziert jede Freilassung schrittweise die Anzahl der Nachkommen.
Die derzeitige Produktion erzeugt sowohl Männchen als auch Weibchen. In dieser Strategie sind jedoch nur die sterilen Männchen wirklich nützlich. NovoFly versucht daher, dieses Problem zu lösen, indem Chargen produziert werden, die nur aus Männchen bestehen.
Durch eine genetische Modifikation will NovoFly eine Produktion erreichen, die nur aus Männchen besteht. Diese wirkt sehr früh, im Embryonalstadium: Sie tötet die weiblichen Embryonen ab. Die überlebenden Männchen tragen auch einen roten Fluoreszenzmarker, der es erleichtert, sie von wilden Fliegen zu unterscheiden. Sie werden anschließend bestrahlt, um jede Fortpflanzung zu verhindern, bevor sie freigelassen werden.
Diese Organisation könnte die Menge an sterilen Männchen, die mit einer gleichen Produktion erzielt wird, fast verdoppeln. Sie beruht also nicht auf der Verbreitung eines Gens in der Natur oder der Ansiedlung einer neuen Population modifizierter Fliegen. Ziel ist es, mehr sterile männliche Insekten zu produzieren und sie dann im bestehenden Programm einzusetzen.
Die geplanten Versuche in Panama sollen zunächst das Verhalten von NovoFly unter Bedingungen nahe der natürlichen Umgebung überprüfen. Die Forscher müssen das Überleben der Männchen, ihre Ausbreitung und ihre Fähigkeit, mit wilden Fliegen zu konkurrieren, messen. Diese Ergebnisse werden zeigen, ob der Stamm tatsächlich außerhalb der Zuchtanlagen funktioniert.