Eine weltweite Analyse zeigt, dass viele Schmetterlingsarten neue Gebiete gewinnen, andere verlieren oder ihre Höhenlage verändern. In der Mehrzahl der dokumentierten Fälle stehen diese Verschiebungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und extremen Wetterereignissen.
Um diese Karte zu erstellen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 6.182 Meldungen über Verschiebungen aus 567 Studien und 68 Bewertungen von Fachleuten zusammengetragen. Ihre Datengrundlage umfasst 1.758 Arten in 105 Ländern und Territorien, also etwa 10 % der bekannten Schmetterlingsarten. Sie vereint außerdem Veröffentlichungen in 15 Sprachen, um das übliche Übergewicht englischsprachiger Studien zu verringern.

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Das Verbreitungsgebiet bezeichnet einfach die geografische Region, in der eine Art vorkommt. Es kann sich vergrößern, wenn ein Schmetterling neue Gebiete besiedelt. Es kann sich auch verkleinern, wenn die Art aus bestimmten Gebieten verschwindet. Schließlich kann sich ihr Vorkommen in andere Höhenlagen verlagern, etwa entlang von Bergen.
Vergrößerungen des Verbreitungsgebiets sind die am häufigsten gemeldeten Veränderungen. Sie betreffen 1.427 Arten in 97 Ländern. Verkleinerungen wurden für 480 Arten in 27 Ländern dokumentiert und Höhenverlagerungen für 381 Arten in 18 Ländern. Dieselbe Art kann je nach Region mehrere Formen von Verschiebungen aufweisen.
Das Klima steht sehr oft hinter diesen Bewegungen. Insgesamt wurden 79 % der erfassten Verschiebungen mit dem Klimawandel oder extremen Wetterereignissen in Verbindung gebracht. Ein Temperaturanstieg kann eine zuvor zu kalte Region günstiger machen. Umgekehrt können manche Populationen in den Gebieten, die sie bislang besiedelten, geeignete Bedingungen verlieren.
Diese Verschiebungen beschränken sich also nicht auf eine allgemeine Ausbreitung nach Norden oder in höhere Lagen.
Die Studie offenbart auch eine wichtige Verzerrung in unserem Wissen. In Europa gibt es zahlreiche Langzeit-Monitoringprogramme, was die Erkennung von Veränderungen erleichtert. In vielen tropischen Ländern kann der Mangel an Daten den Eindruck erwecken, dass sich Schmetterlinge weniger bewegen. Die Einbeziehung nicht-englischsprachiger Arbeiten und von Beobachtungen durch Fachleute hat insbesondere in den Tropen mehr Verbreitungserweiterungen sichtbar gemacht.
Dieser Unterschied in der Überwachung ist für den Artenschutz von Bedeutung. Ein Schmetterling kann anderswo ein günstigeres Klima finden, aber er muss dieses Gebiet auch erreichen können. Straßen, Städte, landwirtschaftliche Nutzflächen oder das Verschwinden bestimmter Pflanzen können seine Ausbreitung einschränken. In tropischen Regionen kommt durch Landnutzungsänderungen damit ein zusätzlicher Druck zu dem des Klimas hinzu.
Die Autorinnen und Autoren halten es nun für notwendig, die Überwachung in den am wenigsten dokumentierten Regionen, insbesondere in den Tropen, zu verbessern. Regelmäßigere Beobachtungen würden es ermöglichen, zwischen einem tatsächlichen Ausbleiben von Verschiebungen und bloßen Datenlücken zu unterscheiden. Sie würden auch helfen, Arten, deren Verbreitungsgebiet sich verkleinert, früher zu erkennen – eine Veränderung, die schwieriger zu entdecken ist als das Auftauchen in einem neuen Gebiet.