Ein kleiner, von der NASA entwickelter Empfänger soll bald die Nutzung von GPS- und Galileo-Signalen in der Nähe des Mondes testen. Das Gerät mit dem Namen NavCube3-mini wurde am 13. Juli 2026 an das Unternehmen Intuitive Machines geliefert. Es wird in den Relaisatelliten Altus-1 integriert, der für künftige Mondmissionen vorgesehen ist.
Das Gehäuse ist etwa halb so groß wie ein Schuhkarton und wiegt 1,6 kg. Sein Stromverbrauch bleibt unter 20 W und liegt damit in der Größenordnung eines wenig beanspruchten Laptops. Trotz seiner geringen Größe soll das Gerät die Position eines Satelliten weit jenseits der üblichen Erdumlaufbahnen berechnen.

Die Erde geht am 6. April 2026 am gekrümmten Mondrand unter. Das Foto wurde von den Artemis-2-Astronauten während ihres Flugs um die Rückseite des Mondes aufgenommen.
Quelle: NASA
Das US-amerikanische GPS und das europäische Galileo-Pendant senden ihre Signale hauptsächlich zur Erde. Ein kleiner Teil dieser Wellen überschreitet jedoch den Rand unseres Planeten und setzt seinen Weg durch den Weltraum fort. Sehr empfindliche Empfänger können sie über große Entfernungen auffangen und anschließend mehrere Messungen kombinieren, um eine Position zu bestimmen.
NavCube3-mini soll an Bord von Altus-1 fliegen, dem ersten Element eines von Intuitive Machines geplanten kommerziellen Netzwerks aus Relaisatelliten. Diese Raumfahrzeuge sollen Kommunikation übertragen und Navigationsdienste rund um den Mond bereitstellen. Ihre Rolle wäre besonders in der Nähe des Südpols nützlich, wo das Gelände die direkte Sicht zur Erde versperren kann.
Vor seiner Auslieferung durchlief der Empfänger mehrere Testreihen im Goddard-Zentrum der NASA. Die Ingenieure simulierten die Vibrationen des Starts, das Vakuum des Weltraums und starke Temperaturschwankungen. Außerdem überprüften sie, dass die Elektronik die anderen Geräte des Satelliten nicht stört.

Der Prototyp eines GPS/Galileo-Empfängers für den Mond
Die Leistungsfähigkeit wurde vor und nach jedem Test anhand originalgetreuer Simulationen der erwarteten GPS- und Galileo-Signale in einer Mondumlaufbahn überprüft. Diese Tests belegen die Funktion am Boden unter den nachgebildeten Bedingungen. Die Mission muss die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Geräts in der Nähe des Mondes noch bestätigen.
Diese Demonstration könnte die Abhängigkeit von Mondfahrzeugen von Berechnungen aus dem Missionskontrollzentrum auf der Erde verringern. Eine direkt an Bord bestimmte Position würde Manöver und die Koordination zwischen Orbitern, Landegeräten und Rovern erleichtern. Altus-1 soll nun den Empfänger erhalten, bevor die Gesamtsystemprüfungen und die Vorbereitung des Starts beginnen.