Die Menge an Sonnenlicht, die jemand erhält, könnte mit Schwankungen des Blutzuckers zusammenhängen, insbesondere während der lichtärmeren Monate.
Forscher haben die Daten der UK Biobank untersucht, einer umfangreichen britischen medizinischen Datenbank. Ihre Frage war einfach: Haben Menschen, die vor einer Blutabnahme mehr Licht ausgesetzt sind, einen anderen Blutzucker? Zur Schätzung verwendete das Team satellitengestützte Messungen der ultravioletten A-Strahlung, kurz UVA, abhängig vom Wohnort und dem Datum der Untersuchung.

Im Winter lassen sich UVA-Schwankungen im Blutzucker messen.
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Die Forscher untersuchten die durchschnittliche Exposition während der zwei und sieben Tage vor der Blutzuckermessung. Im Winter war eine höhere UVA-Exposition mit einem leicht niedrigeren Blutzucker verbunden. Der Zusammenhang zeigte sich auch im Frühjahr bei einer über sieben Tage berechneten Exposition, war jedoch schwächer.
Im Winter entsprach eine Erhöhung der durchschnittlichen UVA-Exposition um 1 W/m² einer Abnahme des Blutzuckers um 0,015 mmol/L über zwei Tage. Über sieben Tage erreichte der Unterschied 0,027 mmol/L. Vor allem war die Abnahme ausgeprägter, wenn nur wenig Licht verfügbar war, und tendierte anschließend zu einer Abflachung.
Warum UVA untersuchen? Dieser Teil der Sonnenstrahlung durchdringt die Atmosphäre und erreicht unsere Haut. Mehrere biologische Mechanismen könnten den Zusammenhang zwischen Licht und der Funktionsweise des Körpers erklären.
Das Team nutzte außerdem eine weitere in der UK Biobank verfügbare Information: die Nutzung von Solarien. Während des Beobachtungszeitraums erhielten gelegentliche Nutzer seltener die Diagnose Typ-2-Diabetes als Nichtnutzer. Bei häufigen Nutzern war der Unterschied noch ausgeprägter.
Dieses Ergebnis erfordert große Vorsicht. Menschen, die ein Solarium nutzen, können sich hinsichtlich ihres Alters, ihres Lebensstils oder anderer Merkmale von anderen unterscheiden. Die Analysen berücksichtigen mehrere bekannte Faktoren, doch eine Beobachtungsstudie kann solche Unterschiede niemals vollständig ausschließen. Sie beweist daher nicht, dass UV-Kabinen vor Diabetes schützen.
Dies ist auch keine Aufforderung, die eigene Ultraviolett-Exposition zu erhöhen. UV-Strahlung ist ein anerkannter Risikofaktor für Hautkrebs. Die Bedeutung dieser Ergebnisse liegt woanders: Es soll geklärt werden, ob bestimmte biologische Wirkungen des Lichts zur Glukoseregulierung beitragen könnten, ohne seine schädlichen Auswirkungen nachzuahmen.
Die Forscher müssen nun die beteiligten Mechanismen genauer bestimmen und diese Zusammenhänge mit anderen Bevölkerungsgruppen und weiteren Methoden überprüfen. Eine Frage bleibt insbesondere offen: Welcher Anteil des Phänomens ist direkt auf das Licht zurückzuführen, und welcher Anteil hängt mit saisonalen Gewohnheiten und der im Freien verbrachten Zeit zusammen?