📱 Verändern soziale Netzwerke unsere Lebensfreude?

Ist mehr Zeit in sozialen Netzwerken einige Monate später mit einem glücklicheren oder unglücklicheren Leben verbunden?

Diese Beobachtung stammt aus einer Studie mit 1.966 Erwachsenen in den USA. Die gleichen Personen antworteten fünfmal, wobei zwischen den einzelnen Fragebögen jeweils drei Monate lagen. Die Forschenden fragten sie, wie häufig sie zehn Technologien zur Kommunikation oder Interaktion nutzten, und bewerteten anschließend ihre allgemeine Zufriedenheit mit dem eigenen Leben.

Ein Smartphone mit einem Ordner, in dem mehrere Apps sozialer Netzwerke zusammengefasst sind.

Ein Smartphone mit einem Ordner, in dem mehrere Apps sozialer Netzwerke zusammengefasst sind.
Foto: Julian / Unsplash.
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Diese Methode ermöglicht eine andere Fragestellung als ein einfacher Vergleich zwischen Nutzenden. Verändert sich die Zufriedenheit einer Person später, wenn sie eine Technologie häufiger als gewöhnlich nutzt? Die Forschenden verfolgten daher die individuellen Veränderungen im Laufe der Zeit, statt nur besonders stark vernetzte Personen mit anderen zu vergleichen.

Das Hauptergebnis ist recht eindeutig: Auf dieser Messskala und über Zeiträume von drei Monaten hinweg fand das Team nur sehr wenige glaubwürdige Hinweise darauf, dass eine häufigere Nutzung eine spätere Veränderung der Lebenszufriedenheit ankündigt. Das gilt für alle zehn untersuchten Technologien.

Die Forschenden untersuchten den Zusammenhang auch in die umgekehrte Richtung. Konnte eine höhere Lebenszufriedenheit dazu führen, dass bestimmte Technologien anschließend häufiger genutzt wurden? Auch hier blieben die beobachteten Effekte begrenzt. Einige demografische Gruppen zeigten allerdings später einen leichten Anstieg bei Sprach- oder Videoanrufen.

Einige Zusammenhänge treten auf, wenn unterschiedliche Personen miteinander verglichen werden. Teilnehmende, die häufiger Textnachrichten verschickten, berichteten im Durchschnitt von einer höheren Zufriedenheit. Eine häufigere Nutzung von YouTube oder TikTok war dagegen mit einer geringeren Zufriedenheit verbunden.

Eine Person kann eine Plattform aus vielen Gründen nutzen, die mit ihrem Alter, ihren Gewohnheiten, ihren Beziehungen oder ihrer Lebenssituation zusammenhängen. Die wiederholte Befragung soll genau dabei helfen, diese dauerhaften Unterschiede von Veränderungen zu unterscheiden, die eine einzelne Person erlebt.

Die Studie misst die selbst angegebene Häufigkeit und nicht jede einzelne Tätigkeit, die auf einem Bildschirm ausgeführt wird. Ein Video anzusehen, sich mit einer nahestehenden Person zu unterhalten oder passiv durch einen Nachrichten-Feed zu scrollen, kann ganz unterschiedliche Formen der Nutzung bedeuten.