💊 Dieses Molekül lässt Fett verschwinden, ohne Muskeln abzubauen

Ein Molekül, das den Laboren bereits bekannt ist, hat bei fettleibigen Tieren ein erstaunliches Ergebnis erzielt: weniger Fett, ohne Verlust an Muskelmasse.

Die Forschenden untersuchten TOFA, ein kleines Molekül, das oral verabreicht werden kann. Sie testeten es an mehreren Tiermodellen für Adipositas, darunter Mäuse, die mit einer fettreichen Ernährung gefüttert wurden. Im Gegensatz zu mehreren derzeit verfügbaren Behandlungen beruht seine Wirkung nicht auf einer Verringerung des Appetits. Die Tiere fraßen also weiterhin, aber ihr Körper verbrauchte mehr Energie.

Mittlerweile ist ein bedeutender Teil der Bevölkerung adipös.

Mittlerweile ist ein bedeutender Teil der Bevölkerung adipös.
Illustrationsbild von Pexels

Um dieses Ergebnis zu verstehen, muss man betrachten, was der Körper mit Fetten macht. Er kann sie herstellen und speichern, sie aber auch als Brennstoff nutzen. TOFA wirkt auf mehrere Mechanismen ein, die an diesem Gleichgewicht beteiligt sind. Es verringert insbesondere die Aktivität zweier Enzyme, die an der Fettherstellung beteiligt sind, und aktiviert Signalwege, die deren Nutzung fördern.

Bei den untersuchten Tieren ging diese Veränderung des Stoffwechsels mit einer Verringerung der Adipositas einher. Die Forschenden beobachteten außerdem eine bessere Regulierung des Glukosespiegels sowie Verbesserungen bei der Fettansammlung in der Leber. Vor allem nahm die Muskelmasse nicht ab, und die aufgenommene Nahrungsmenge wurde nicht reduziert.

Dieser Punkt erregt Aufmerksamkeit, weil Gewichtsverlust nicht ausschließlich dem Verschwinden von Fett entspricht. Einige Behandlungen oder Diäten können auch zu einem Rückgang der fettfreien Masse führen, zu der die Muskeln gehören. Ein Ansatz, der den Fettverlust fördern und gleichzeitig die Muskeln erhalten könnte, wäre daher von besonderem Interesse, sofern sich dieser Effekt eines Tages beim Menschen bestätigt.

Das Team kombinierte TOFA außerdem mit Semaglutid oder Tirzepatid, zwei Molekülen, die gegen Adipositas und Diabetes eingesetzt werden. Diese Medikamente wirken unter anderem, indem sie die Nahrungsaufnahme reduzieren. Bei den Tieren erzielte ihre Kombination mit TOFA bei mehreren Parametern, darunter Gewicht und Insulinreaktion, stärkere Effekte als jede Behandlung allein.

Die beiden Ansätze wirken also nicht auf die gleiche Weise. Semaglutid und Tirzepatid beeinflussen insbesondere den Appetit, während TOFA vor allem die Art und Weise verändert, wie der Körper seine Energiereserven herstellt und verbraucht. Die Autoren sehen daher eher eine Kombination von Wirkmechanismen als einen Ersatz für bestehende Medikamente vor.

Diese Ergebnisse befinden sich jedoch vollständig im präklinischen Stadium. TOFA wurde beim Menschen noch nicht als Behandlung gegen Adipositas getestet, weshalb diese Studie weder Aussagen über seine Sicherheit noch über die geeignete Dosis erlaubt. Vor jeder klinischen Studie müssen die Forschenden insbesondere klären, ob sich die bei Tieren beobachteten Effekte ohne Toxizität beim Menschen erzielen lassen.