Die Dinosaurier brachten gigantische Tiere hervor, aber fast nie landlebende Arten, die so klein waren wie ein Spatz. Warum?
Diese Beobachtung beschäftigt die Forschung seit Langem. Fossilien zeigen durchaus kleine Nichtvogel-Dinosaurier, also solche außerhalb der Linie der heutigen Vögel. Doch wirklich kleine Formen bleiben selten.

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Um dieses Fehlen zu verstehen, verfolgten die Forscher die Entwicklung der Körpermasse in mehreren Zweigen ihres Verwandtschaftsbaums. Ihr Modell vergleicht die Größenveränderungen im Laufe der Zeit und untersucht anschließend den Einfluss der Lebensweise, der Physiologie und der besiedelten Lebensräume.
Es zeigt sich keine klare anatomische Barriere. Einige mit den Vögeln nahe verwandte Dinosaurier wurden tatsächlich allmählich kleiner. Ihr Organismus schien also durchaus fähig, sehr kleine erwachsene Tiere hervorzubringen. Doch an Land griff eine andere Grenze, bevor die Ausmaße der kleinsten Vögel erreicht wurden.
Diese Grenze könnte von den jungen Dinosauriern selbst ausgehen. Im Laufe ihres Wachstums besetzen Dinosaurier nacheinander mehrere Nischen, also mehrere Arten, sich zu ernähren und in derselben Umgebung zu leben.
Konkret braucht ein junger Dinosaurier, um groß zu werden, Nahrung, Unterschlüpfe und Räume, wie sie eine kleine erwachsene Art gebraucht hätte. Ein kleiner Erwachsener wäre daher sein ganzes Leben lang mit einer großen Zahl von Jungtieren anderer Arten um diese Ressourcen konkurriert.
Die Vögel haben das Spiel verändert. Das Fliegen ermöglichte ihnen, Zweige, die Luft und Ressourcen zu erreichen, die für reine Landdinosaurier kaum zugänglich waren. Auch ihr Wachstum, ihre Fortpflanzung und ihr Energiebedarf entwickelten sich weiter, was kleinen Größen mehr Raum ließ.
Die Größe eines Tieres hängt also nicht nur von seinem Skelett oder seinem Stoffwechsel ab. Sie hängt auch davon ab, was es fressen kann, welche Rückzugsorte verfügbar sind, von Raubtieren und von seinen Konkurrenten. Um klein zu bleiben, muss eine Art einen dauerhaften Platz finden, den niemand sonst bereits besetzt.
Ein Vorbehalt bleibt: Kleine Knochen erhalten sich weniger leicht und sind schwieriger aufzufinden. Künftige Fossilien könnten daher die bekannte Grenze verschieben. Sie würden vor allem helfen, den Zeitpunkt genauer zu bestimmen, an dem die ersten Vögel begannen, Lebensweisen zu besetzen, die ihren an Land lebenden Verwandten unzugänglich waren.