✈️ Das Experimentalflugzeug X-59 durchbricht die Schallmauer ohne Überschallknall

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: NASA
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Ein Flugzeug, das die Schallmauer durchbrechen kann, ohne einen ohrenbetäubenden Knall zu erzeugen: Das ist die Leistung der NASA mit dem X-59. Am 5. Juni 2026 erreichte dieses Langnasen-Flugzeug erstmals Überschallgeschwindigkeit und markierte damit einen wichtigen Meilenstein im Quesst-Programm. Im Gegensatz zu herkömmlichen Flugzeugen, die laute Überschallknalle erzeugen, ist der X-59 so konstruiert, dass er nur ein dumpfes Geräusch von sich gibt, was den Weg für kommerzielle Überschallflüge über Land ebnet.

Dieser Erfolg zielt darauf ab, das von der Federal Aviation Administration 1973 verhängte Verbot aufzuheben. Damals führten die Lärmbelästigungen durch Überschallknalle zu einer Einschränkung ziviler Flüge über dem Hoheitsgebiet der USA. Der von Lockheed Martin Skunk Works entwickelte X-59 soll beweisen, dass es möglich ist, schneller als der Schall zu fliegen, ohne die Bevölkerung zu stören. Die gesammelten Daten werden dazu beitragen, neue Lärmnormen für die Regulierungsbehörden festzulegen.


Der X-59 der NASA durchbrach am 5. Juni 2026 die Schallmauer. Bildnachweis: NASA/Lori Losey

Der historische Flug begann und endete auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien. An den Steuerknüppeln brachte Testpilot Jim "Clue" Less das Flugzeug auf eine Höhe von 43.400 Fuß (13.228 Meter) und eine Höchstgeschwindigkeit von 713 mph (1.147 km/h), etwa Mach 1,1. Das Flugzeug flog 81 Minuten lang.

In den kommenden Tagen plant das Team einen "Missionseinsatz"-Flug, der Mach 1,4 und 55.000 Fuß (16.764 Meter) erreicht. Diese Parameter entsprechen der Grundkonfiguration für zukünftige Überflüge über amerikanische Gemeinden. Ziel ist es, die Wahrnehmung des vom Flugzeug erzeugten Geräuschs zu bewerten. Die Bewohner werden gebeten, ihre Eindrücke zu melden, damit die NASA Daten für die Regulierungsbehörden sammeln kann.


Das externe Sichtsystem des X-59 zeigt Mach 1,077 am 5. Juni 2026. Bildnachweis: NASA

Seit seinem Erstflug am 28. Oktober 2025 hat der X-59 in 90 Tagen 16 Flüge absolviert. Dieses hohe Tempo zeigt die Reife des Programms. Der NASA-Administrator Jared Isaacman hob die erzielten Fortschritte hervor und hofft, dass diese Zusammenarbeit mit Lockheed Martin Skunk Works die erste einer Reihe sein wird, die darauf abzielt, das Portfolio an Experimentalflugzeugen der Behörde wieder aufzubauen.

Wenn die Tests wie geplant verlaufen, könnte der X-59 den Weg für kommerziellen Überschalltransport über Land wieder öffnen. Indem es den Behörden objektive Daten über die reduzierten Lärmbelästigungen liefert, strebt das Quesst-Programm eine Änderung der geltenden Vorschriften an. Eine Veränderung, die die Luftfahrtindustrie radikal umgestalten würde, indem sie Langstreckenflüge schneller und zugänglicher macht.

Was ist die Schallmauer?


Die Schallmauer ist ein Phänomen, das auftritt, wenn ein Flugzeug die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Schallwellen in der Luft erreicht oder überschreitet, die als Mach 1 bezeichnet wird. In diesem Moment überlagern sich die vom Flugzeug erzeugten Druckwellen und erzeugen eine Stoßwelle. Diese ist für den Überschallknall verantwortlich, ein Geräusch, das mit einer Explosion vergleichbar ist.

Die Schallgeschwindigkeit ist nicht fest: Sie hängt von der Lufttemperatur ab. So beträgt sie bei 20 °C auf Meereshöhe etwa 1.235 km/h, nimmt aber mit der Höhe ab. Überschallflugzeuge müssen daher ihre Geschwindigkeit an die atmosphärischen Bedingungen anpassen, um diese Mauer kontrolliert zu durchbrechen.

Der X-59 ist innovativ, indem er die Intensität der Stoßwelle durch eine längliche aerodynamische Form und spezielle Steuerflächen reduziert. Anstelle eines lauten Knalls erzeugt er ein dumpfes Geräusch, vergleichbar mit dem Schließen einer Autotür. Diese Technologie ist entscheidend, um Überschallflüge über bewohnten Gebieten akzeptabel zu machen.