🛰️ Kaum gestartet, wird Militärsatellit im Weltraum getroffen

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Indra Group
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Kaum gestartet, wurde der spanische Militärsatellit SpainSat NG-2 auf seinem Weg zur geostationären Umlaufbahn getroffen. Dieser unerwartete Aufprall beeinträchtigt bereits seine Fähigkeit, geschützte Kommunikation bereitzustellen. Was sind die Ursachen für dieses Ereignis und wie reagiert man darauf? Moderne Satelliten sind gebaut, um bestimmten Belastungen standzuhalten, aber dieser Fall zeigt, dass Gefahren bestehen bleiben.

Entwickelt von Airbus für das spanische Verteidigungsministerium, gehört SpainSat NG-2 zu einem Satellitenpaar. Sein Start erfolgte im Oktober 2025 mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX und sollte ihm ermöglichen, seinen bereits einsatzbereiten Zwillingssatelliten SpainSat NG-1 zu erreichen, um ein fortschrittliches Kommunikationsnetz in Europa aufzubauen. Mit Kosten von rund 2 Milliarden Euro sind diese Geräte für verschlüsselte Übertragungen bestimmt, die für militärische und Regierungsoperationen unerlässlich sind. Ihr Ziel war es, die Kommunikationsmittel auf dem Kontinent zu festigen.


Katalogisierte künstliche Erdsatelliten.
Bild NASA.

Das Ereignis ereignete sich in einer Höhe von etwa 50.000 Kilometern, oberhalb der auf 35.786 Kilometern etablierten geostationären Umlaufbahn. Laut Indra Group, Mehrheitsaktionär von Hisdesat, das den Satelliten betreibt, hat ein "Raumfahrzeugpartikel" das Gerät während seiner Transferphase getroffen. Erste Informationen zeigen, dass der Einschlag zu einem heiklen Zeitpunkt erfolgte, während der Satellit seine Flugbahn zu seiner endgültigen Position verfeinerte. Dieser ungewöhnliche Fall wirft die Frage nach der Präsenz nicht katalogisierter Objekte in solchen Höhen auf.

Als Reaktion setzte Hisdesat sofort einen Notfallplan in Kraft. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Kontinuität der Dienste für das Verteidigungsministerium und andere Nutzer sicherzustellen. Derzeit prüfen technische Teams die vorliegenden Daten, um das Ausmaß der Schäden zu beurteilen. Diese Untersuchung bestimmt die künftigen Entscheidungen, einschließlich der Möglichkeit, das Gerät zu ersetzen.

Geostationäre Umlaufbahnen sind für Kommunikationssatelliten bevorzugt, da sie eine feste Abdeckung einer Erdregion bieten. Ein Einschlag in so großer Höhe bleibt selten und könnte die Existenz unentdeckter Trümmerteile offenbaren. Diese Tatsache erinnert daran, dass der Weltraum entgegen dem Anschein viele Partikel und Objekte enthält, die Missionen gefährden können. Die Überwachung dieser Zonen wird zu einer vorrangigen Aufgabe für Raumfahrtagenturen.


Künstlerische Darstellung der beiden SpainSat-NG-Satelliten im Weltraum.
Bildnachweis: Airbus

Falls die Schäden zu schwerwiegend sein sollten, könnte SpainSat NG-2 schnell ersetzt werden. Diese Entscheidung hängt von den Ergebnissen der laufenden Untersuchung ab.

Geostationäre Umlaufbahnen


Geostationäre Umlaufbahnen sind kreisförmige Flugbahnen in etwa 35.786 Kilometern Höhe über dem Erdäquator. In dieser Entfernung absolviert ein Satellit eine vollständige Umdrehung in genau 24 Stunden, wodurch er stationär gegenüber einem Punkt am Boden bleibt. Diese Besonderheit ist perfekt für die Kommunikation, da sich Bodenantennen nicht bewegen müssen, um ihm zu folgen, und so eine ununterbrochene Verbindung gewährleistet ist.

Viele Telekommunikations-, Wetter- und Rundfunksatelliten nutzen diese Umlaufbahn. Sie bietet eine permanente Abdeckung über große Gebiete, wie ganze Kontinente, und erleichtert so alltägliche Dienste wie Fernsehen oder Internet. Um dies zu erreichen, müssen Raumfahrzeuge nach ihrem Start präzise Manöver durchführen, ein Prozess, der mehrere Wochen dauern und eine sorgfältige Vorbereitung erfordern kann.

Dennoch ist die geostationäre Umlaufbahn überfüllt, mit Hunderten aktiver Satelliten und Trümmern. Die Verwaltung dieses Raums ist grundlegend, um Kollisionen zu vermeiden, da selbst ein kleines Objekt erhebliche Schäden verursachen kann. Internationale Organisationen überwachen und koordinieren die Positionen, um die Gefahren zu mindern, aber diese Koordination bleibt angesichts der zunehmenden Starts eine anspruchsvolle Aufgabe.

Trotz ihrer Vorteile hat diese Umlaufbahn Grenzen, wie die durch die Entfernung bedingte Latenz in der Kommunikation. Außerdem können Satelliten am Ende ihrer Lebensdauer nicht ordnungsgemäß deorbitiert werden und müssen auf "Friedhofsumlaufbahnen" verlegt werden, um Platz zu schaffen und die Überfüllung zu verringern.

Der Transfer zur geostationären Umlaufbahn


Nach dem Start wurde SpainSat nicht direkt auf 35.786 km gebracht. Er folgte zunächst einer elliptischen Transferbahn, mit einem Apogäum, das absichtlich höher lag als die geostationäre Umlaufbahn. Diese Flugbahn wird als supersynchrone Transferbahn bezeichnet.

Durch das Erreichen eines höheren Apogäums ist die Geschwindigkeit des Satelliten dort geringer. Neigungskorrekturen und Bahnebeneinstellungen kosten dort daher weniger Energie. Dies ermöglicht es, Treibstoff zu sparen, eine kritische Ressource für die Lebensdauer des Satelliten.

Der während der Positionierung eingesparte Treibstoff kann für die Positionshaltung über mehrere Jahre aufbewahrt werden. Für einen Militärsatelliten wie SpainSat ist die operative Langlebigkeit ein strategischer Parameter.