WĂ€hrend die FĂ€lle neurodegenerativer Erkrankungen zunehmen, haben Wissenschaftler die Rolle von Umweltfaktoren untersucht. Aktuelle Arbeiten von UCLA Health liefern konkrete Hinweise auf die Auswirkungen einer Pestizidverbindung, Chlorpyrifos.
Das Team analysierte die Daten von mehr als 1600 Personen in Kalifornien. Ihre Ergebnisse, veröffentlicht in der Zeitschrift
Molecular Neurodegeneration, zeigen, dass Personen, die langfristig in der NÀhe von Gebieten mit Pestizidausbringung lebten, in denen diese Verbindung verwendet wird, ein mehr als 2,5-fach erhöhtes Risiko haben, an Parkinson zu erkranken.
Um diese Daten zu erhalten, kombinierten die Forscher die Register zur Pestizidanwendung mit den Wohn- und Arbeitsorten der Teilnehmer. Parallel dazu wurden Experimente an MĂ€usen durchgefĂŒhrt, die eine durch Inhalation vergleichbare Exposition wie beim Menschen nachahmten. Auch Zebrafische wurden eingesetzt, um die zellulĂ€ren Mechanismen zu beobachten.
Die MĂ€use, die Chlorpyrifos ausgesetzt waren, zeigten motorische Störungen und einen Verlust von Dopamin produzierenden Neuronen, Ă€hnlich wie Patienten mit Parkinson. Ihre Gehirne wiesen auĂerdem Anzeichen von EntzĂŒndungen und Proteinansammlungen auf. Bei den Zebrafischen störte das Pestizid die Autophagie, einen zellulĂ€ren Reinigungsprozess.
Obwohl die Verwendung von Chlorpyrifos heute je nach Land mehr oder weniger eingeschrÀnkt ist, waren viele Menschen in der Vergangenheit exponiert. Andere Pestizide mit Àhnlichen Eigenschaften bleiben im Einsatz.
Dr. Jeff Bronstein, Hauptautor der Studie, erklÀrt, dass diese Arbeit Chlorpyrifos als einen spezifischen Risikofaktor mit einem identifizierten kausalen Mechanismus ausweist.
Autophagie, eine essentielle Reinigung fĂŒr Neuronen
Die Autophagie ist ein zellulĂ€rer Mechanismus, der es ermöglicht, geschĂ€digte Bestandteile zu recyceln. In Neuronen ist dieser Prozess unerlĂ€sslich, um fehlgefaltete Proteine zu beseitigen und die zellulĂ€re IntegritĂ€t zu erhalten. Ohne eine effiziente Reinigung sammeln sich diese Ablagerungen an und können zum Zelltod fĂŒhren.
Bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson ĂŒbt die Autophagie eine schĂŒtzende Funktion aus. Ihre Fehlfunktion wird bei mehreren Erkrankungen beobachtet, was die Bildung toxischer Aggregate fördert. Zu lernen, wie man sie stimulieren kann, könnte dazu beitragen, die Gehirnfunktionen zu erhalten.
Laufende Arbeiten erforschen MolekĂŒle, die in der Lage sein könnten, die Autophagie zu aktivieren. Solche AnsĂ€tze könnten das Fortschreiten der Neurodegeneration verlangsamen. Sie stellen einen vielversprechenden Ansatz dar, um Behandlungen zu entwickeln, die an der zellulĂ€ren Ursache und nicht nur an den Symptomen ansetzen.