Wie wurde das Himalaya-Gebirge geformt? Merkwürdigerweise geschah dies lange vor der Kollision dessen, was heute Indien und Zentralasien ist.
Um die Mechanismen zu verstehen, haben Geologen der University of Adelaide Hunderte von thermischen Modellen aus drei Jahrzehnten zusammengestellt. Ihre Analysen zeigen, dass der alte Tethys-Ozean, als er sich allmählich schloss, tektonische Wellen aussandte. Diese Kräfte beeinflussten die Landschaft, noch bevor die beiden kontinentalen Massen aufeinandertrafen.
Indem sie diese Modelle als zusammenhängendes Ganzes behandelten, konnten die Forscher langfristige geologische Trends identifizieren. Diese Arbeiten deuten darauf hin, dass das anhaltende aride Klima und die Aktivität des Erdmantels einen relativ geringen Einfluss auf die Landschaft hatten.
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Um die Geschichte der Gesteine nachzuvollziehen, setzte das Team Methoden der Thermochronologie ein. Diese Techniken zeigen, wie sich Materialien abkühlen, wenn sie während einer Gebirgshebungsphase an die Oberfläche gelangen. Anschließend ermöglichte die Kreuzung dieser Daten mit Modellen der Plattentektonik und vergangener Niederschläge eine Verbindung zwischen der Entwicklung des Tethys-Ozeans und den aufeinanderfolgenden Phasen der Gebirgsbildung herzustellen.
Dieser Ansatz könnte auf andere Regionen angewendet werden, in denen die Bildung von Geländeformen noch unklar ist. Ein weiterer Fall ist die Trennung Australiens von der Antarktis vor etwa 80 Millionen Jahren, die keine eindeutige Spur hinterlässt.
In der Kreidezeit, als Dinosaurier die Erde bevölkerten, besaß Zentralasien bereits eine gebirgige Landschaft, vergleichbar mit der Basin-and-Range-Provinz in den USA. Die Veränderung des Tethys-Ozeans, verursacht durch den Rückzug subduzierender Platten, reaktivierte alte Suturen. Dieses Phänomen schuf parallele Bergrücken, die sehr weit vom zukünftigen Ort der Himalaya-Kollision entfernt waren.
Veröffentlicht in Nature Communications Earth and Environment, hilft diese Studie, die Geschichte der Kontinente besser zu interpretieren und einige zukünftige geologische Entwicklungen in Betracht zu ziehen.