🥚 Forscher reproduzieren ein Dinosauriernest mit seinen Eiern

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Frontiers in Ecology and Evolution
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Oviraptoren, diese gefiederten Dinosaurier, faszinieren Wissenschaftler durch ihre Brutweise. Obwohl sie viele Merkmale mit modernen Vögeln teilen, könnte ihre Methode der Inkubation letztlich eher der von Reptilien ähneln.

Um mehr zu erfahren, hat ein Team ein lebensgroßes Oviraptor-Nest rekonstruiert, basierend auf der Art Heyuannia huangi, die vor etwa 70 Millionen Jahren lebte. Das halboffene Nest und die in konzentrischen Kreisen angeordneten Eier wurden genau reproduziert, wobei moderne Materialien verwendet wurden, um den Dinosaurier und seine Eier zu imitieren. Dieser Ansatz ermöglicht es, Verhaltensaspekte zu erforschen, die bei der Untersuchung nur der Fossilien normalerweise unzugänglich sind.


Illustrationsbild Pixabay

Die Experimente zeigten, dass die Position des brütenden Erwachsenen die Temperatur der Eier veränderte. Unter kalten Bedingungen konnten die Eier im äußeren Ring bis zu 6°C kälter sein als die im Zentrum. Dieser Temperaturunterschied könnte zu einem versetzten Schlupf innerhalb desselben Geleges führen. Unter warmen Klimabedingungen waren die Unterschiede dagegen geringer, da die Sonne dann aktiv zur Erwärmung der Eier beitrug.

Im Vergleich zu heutigen Vögeln scheint die Inkubation der Oviraptoren weniger effizient zu sein. Diese Dinosaurier konnten wahrscheinlich aufgrund der ringförmigen Anordnung ihrer Eier keinen wärmeregulierenden Kontakt mit allen Eiern aufrechterhalten. Die Forscher sprechen eher von einer Co-Inkubation, bei der die Körperwärme des Erwachsenen und die Energiezufuhr der Sonne kombiniert wurden. Diese Anpassung war wahrscheinlich gut an ihre halboffenen Nester angepasst und stellt eine evolutionäre Zwischenstufe zwischen vergrabenen Nestern und denen heutiger Vögel dar.


Seitenansicht des rekonstruierten Geleges. Die Eier sind aus Gießharz gefertigt, um die Originale zu imitieren.
Bildnachweis: Chun-Yu Su

Diese Forschung basiert auf einer Disziplin namens experimentelle Paläontologie. Sie zielt darauf ab, Hypothesen über ausgestorbene Arten zu testen, indem Bedingungen oder Verhaltensweisen nachgestellt werden. Hier stützten sich die Wissenschaftler auf die Morphologie der Skelette, die Struktur versteinerter Nester und die Form der Eier, um ein physisches Modell zu bauen. Diese Methode, oft kombiniert mit Computersimulationen, ermöglicht es, Unsicherheiten bei der direkten Interpretation von Fossilien zu verringern und ebnet den Weg für innovative Entdeckungen über das urzeitliche Leben.

Die Forscher erkennen gewisse Grenzen an, insbesondere die klimatischen Unterschiede zwischen der Kreidezeit und heute. Dennoch weist ihr Ansatz, der konkrete Experimente und Modellierung verbindet, neue Wege, um die Fortpflanzung ausgestorbener Arten zu untersuchen. Er beweist, dass die paläontologische Forschung auch ohne lokale Fossilien Fortschritte machen kann.


Draufsicht auf den in den Experimenten verwendeten Inkubator, der die thermische Kontrolleinrichtung zeigt.
Bildnachweis: Chun-Yu Su