Ein Team der Universität Oulu in Finnland hat über ein Jahrzehnt mehr als 3.200 Personen, die 1966 geboren wurden, begleitet. Im Alter von 46 Jahren trugen diese Freiwilligen eine Woche lang Aktivitätssensoren. So erhielten die Wissenschaftler präzise Messungen ihrer nächtlichen Gewohnheiten, die sie anschließend mit medizinischen Daten aus Gesundheitsregistern abglichen.
Die erzielten Ergebnisse sind bemerkenswert. Bei Personen, die weniger als acht Stunden pro Nacht schlafen, verdoppeln sehr unregelmäßige Schlafenszeiten die Wahrscheinlichkeit eines schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignisses wie eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Im Gegensatz dazu scheint ein unregelmäßiger Zeitpunkt des Aufwachens nicht denselben Einfluss auf die Herzgesundheit zu haben.
Illustrationsbild Unsplash
Diese Forschung unterscheidet sich von früheren Arbeiten, indem sie die Auswirkungen von drei Schlüsselmomenten isoliert: dem Zubettgehen, dem Aufstehen und der Mitte der Schlafperiode. Die Postdoktorandin Laura Nauha weist darauf hin, dass dies das erste Mal ist, dass diese drei Aspekte unabhängig voneinander untersucht und mit schweren Herzproblemen in Verbindung gebracht werden. Ihrer Ansicht nach deuten die Beobachtungen darauf hin, dass insbesondere die Regelmäßigkeit des Zubettgehens einen signifikanten Einfluss auf das Herz hat.
Die Schlafmessung erfolgte mit Aktivitätsmonitoren, kleinen Geräten, die Bewegungen aufzeichnen, um die im Bett verbrachte Zeit abzuschätzen. Diese Methode erweist sich als zuverlässiger als ein einfacher Fragebogen. Sie ermöglichte es den Forschern, für jeden Teilnehmer präzise Informationen über Dauer und Zeitpunkt der Ruhephase zu sammeln.
Über die Zahlen hinaus erinnert diese Studie daran, dass unser Organismus Regelmäßigkeit schätzt. Unsere inneren Rhythmen, die auf den Wechsel von Tag und Nacht abgestimmt sind, funktionieren optimal, wenn sie einem gleichmäßigen Zeitplan folgen. Diesen Rhythmus durch willkürliche Schlafenszeiten zu stören, könnte langfristig bestimmte biologische Prozesse durcheinanderbringen und den Druck auf das Herz-Kreislauf-System erhöhen.
Zirkadiane Rhythmen und Gesundheit
Unser Körper funktioniert nach einem etwa 24-stündigen Zyklus, gesteuert durch eine innere Uhr im Gehirn. Diese Uhr reguliert viele Funktionen wie Körpertemperatur, Hormonausschüttung und Blutdruck. Sie synchronisiert sich hauptsächlich mit dem natürlichen Licht, aber auch mit unseren Gewohnheiten wie Essens- oder Schlafenszeiten.
Wenn man zu sehr variablen Zeiten schlafen geht, sendet man widersprüchliche Signale an diese innere Uhr. Sie kann dann aus dem Takt geraten, ein Phänomen, das manchmal als "Desynchronisation" bezeichnet wird. Diese Störung kann die Produktion von Cortisol, dem Stresshormon, oder Melatonin, dem Schlafhormon, beeinträchtigen, was Auswirkungen auf den gesamten Organismus hat.
Arbeiten über Nachtschicht haben bereits gezeigt, dass die Verschiebung der Schlafzeiten das Risiko für bestimmte Gesundheitsprobleme erhöht. Die finnische Forschung erweitert diese Beobachtung auf das Alltagsleben, auch ohne Nachtschichtarbeit. Sie deutet darauf hin, dass bereits die bloße Unregelmäßigkeit des Zubettgehens unter der Woche oder am Wochenende ausreichen kann, um ein Ungleichgewicht zu schaffen.
Dieser Zusammenhang zu verstehen, eröffnet den Weg zu einfachen Lösungen. Ungefähr zur gleichen Zeit jeden Abend schlafen zu gehen, auch am Wochenende, hilft, die innere Uhr gut eingestellt zu halten. Dies kann zu einer besseren Regulierung des Blutdrucks und des Stoffwechsels beitragen, zwei wichtigen Faktoren für die Herzgesundheit.