🦖 Ein Tyrannosaurus-Zahn im Schädel eines großen Pflanzenfressers

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: PeerJ
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Ein fossiler Schädel eines Edmontosaurus, der im US-Bundesstaat Montana ausgegraben wurde, lieferte Wissenschaftlern einen direkten Beleg für einen prähistorischen Angriff: Ein Tyrannosaurus-Zahn (Tyrannosaurus) fest im Knochen verankert. Dieses außergewöhnliche Fossil hält einen brutalen Moment fest, der sich vor etwa 66 Millionen Jahren während der Kreidezeit ereignete.

Dieses fast vollständige Exemplar wurde 2005 in der Hell-Creek-Formation geborgen. Das Vorhandensein eines abgebrochenen und im Gesichtsknochen steckenden Zahns ist eine ungewöhnliche Beobachtung, da sie eine greifbare Verbindung zwischen einem Fleischfresser und seinem Opfer herstellt, weit über einfache isolierte Bissspuren hinaus. Derartige Beweise sind selten und helfen, Verhaltensweisen in längst verschwundenen Ökosystemen zu rekonstruieren.


Ein seltener fossiler Schädel bewahrt einen ungewöhnlichen Hinweis auf die Interaktion zwischen Tyrannosaurus und seiner Beute. Detailaufnahmen und vergleichende Analysen halfen, diesen uralten Moment zu rekonstruieren.
Bildnachweis: Jenn Hall

Die Untersuchung dieses Fossils, durchgeführt von Forschern der University of Alberta und des Museums der Rocky Mountains, wurde in PeerJ veröffentlicht. Die Wissenschaftler erklären darin, dass der eingeschlossene Zahn direkt die Identität des Raubtiers preisgibt, ein seltener Vorteil im Vergleich zu üblichen Bissspuren. Dieser Ansatz ermöglicht es, ein detailliertes Szenario des Ereignisses zu erstellen, ähnlich der Untersuchung eines sehr alten Tatorts.

Um die Herkunft des Zahns zu bestimmen, verglich das Team ihn mit denen anderer Fleischfresser aus derselben Region und bestätigte seine Zugehörigkeit zum Tyrannosaurus. Medizinische Scans, die in einem örtlichen Krankenhaus durchgeführt wurden, präzisierten anschließend sein Eindringen in den Knochen und offenbarten eine sehr große Aufprallkraft, die für den Edmontosaurus wahrscheinlich tödlich war.

Die Analysen platzieren den Zahn im Nasenbereich des Schädels, was auf eine direkte Konfrontation hindeutet, ein Merkmal eines räuberischen Angriffs. Da um die Verletzung herum keine Heilungsanzeichen sichtbar sind, war der Schlag vermutlich tödlich. Diese Details helfen besser zu verstehen, wie der Tyrannosaurus seine Kraft gegenüber großen Pflanzenfressern einsetzte.

Derzeit liefert dieser Fund Diskussionsstoff über die Jagdtechniken des Tyrannosaurus, eines der imposantesten Landraubtiere.