🐍 Vor 34 Millionen Jahren hielten Schlangen schon "zusammen"

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Zoological Journal of the Linnean Society
Andere Sprachen: FR, EN, ES, PT
Vor 34 Millionen Jahren könnten Schlangen bereits die Angewohnheit entwickelt haben, sich zum Überwintern zu versammeln. Diese Praxis, ähnlich der einiger heutiger Arten, wurde durch die Entdeckung eines Fossils in Wyoming bestätigt. Sie deutet darauf hin, dass soziales oder Überlebensverhalten bei diesen Reptilien auf eine viel weiter zurückliegende Zeit zurückgeht als bisher angenommen.

Der Fund dieses Fossils, benannt Hibernophis breithaupti, stammt aus der White-River-Formation in Wyoming. Die Forscher untersuchten vier Exemplare, wovon drei auf einem einzigen Felsblock gruppiert waren. Dank einer CT-Scan-Technik wurde ein drittes, im Gestein verborgenes Individuum sichtbar, was einen umfassenderen Blick auf die Szene ermöglichte.


Das fossile Skelett der neu entdeckten Art Hibernophis breithaupti, die vor 38 Millionen Jahren im heutigen Wyoming lebte, liefert Informationen über die Evolution und das Sozialverhalten ihrer modernen Nachfahren.
Bildnachweis: Jasmine Croghan

Die Fossilien von Hibernophis sind bemerkenswert gut erhalten und umfassen Schädel, Kiefer und Wirbel. Dieser detaillierte Erhaltungszustand erleichterte die Identifizierung einer neuen Gattung und Art. Die Schlange war kleinwüchsig und wahrscheinlich grabend und gehörte zu einer nordamerikanischen Fauna, die sich stark von der heutigen unterschied. Vor dem Aufstieg moderner Schlangengruppen dominierten Würgeschlangen die Ökosysteme.

Die Anatomie von Hibernophis weist Merkmale auf, die frühen Booidea-Schlangen und der Familie der Charinaidae gemeinsam sind, was darauf hindeutet, dass sie nahe einer wichtigen evolutionären Aufspaltung stehen könnte. Diese Stellung macht sie zu einem wertvollen Exemplar, das eine frühe Phase in der Evolution von Boa-ähnlichen Schlangen einfängt. Anstatt sich in bestehende Kategorien einzuordnen, zeigt sie, dass die Evolution der Schlangen wahrscheinlich gradueller und verzweigter verlief als erwartet.

Die Umwelt, in der Hibernophis lebte, stand in starkem Kontrast zu den heutigen Ökosystemen Nordamerikas. Würgeschlangen spielten eine Hauptrolle, bevor andere Linien die Oberhand gewannen. Diese Entdeckung hilft, Wissenslücken über diese alte Epoche zu schließen, und deutet darauf hin, dass der Kontinent einen großen Einfluss auf die Evolution von Boa-ähnlichen Schlangen gehabt haben könnte. Die Forscher hoffen, dass weitere Fossilien dieses Verständnis vertiefen werden.

Die zur Entdeckung des verborgenen Exemplars verwendete Methode, die CT-Scanographie, war für diese Studie entscheidend. Eine internationale Zusammenarbeit mit Paläontologen aus Kanada, Australien und Brasilien ermöglichte eine tiefgehende Analyse dieser Fossilien. Michael Caldwell von der University of Alberta erklärte, dass moderne Schlangen wie Strumpfbandnattern sich zu Tausenden zum Überwintern versammeln, und Spuren dieses Verhaltens vor 34 Millionen Jahren zu sehen, sei beeindruckend.