🤖 GPT-6 Astra kann jetzt direkt auf einem Computer handeln

Die neue Generation der künstlichen Intelligenz von OpenAI begnügt sich nicht mehr mit Antworten: Sie kann direkt mehrere Aktionen auf einem Computer ausführen.

OpenAI stellte GPT-6 Astra am 3. September 2026 vor. Das Modell ist darauf ausgelegt, Aufgaben mit mehreren Schritten zu übernehmen, insbesondere in einem Browser oder in professioneller Software. Es kann beispielsweise Formulare ausfüllen, Daten in einer Verwaltungssoftware aktualisieren, einen Kalender organisieren oder online recherchieren.

Der Name OpenAI neben einem stilisierten Gehirn in Form einer elektronischen Schaltung.

Der Name OpenAI neben einem stilisierten Gehirn in Form einer elektronischen Schaltung.
Quelle: ChatGPT, CC0, via Wikimedia Commons.

Der Unterschied zu einem klassischen Textassistenten ist konkret. Astra kann die Benutzeroberfläche eines Computers nutzen, um bestimmte Vorgänge selbst auszuführen, wenn die erforderlichen Werkzeuge und Berechtigungen vorhanden sind. Außerdem kann das Modell Software installieren und testen, auf dem Bildschirm sichtbare Probleme erkennen oder die Funktionsweise einer Website überprüfen.

Hier geht es um eine nahtlose Integration des Assistenten von OpenAI. Natürlich gibt es bereits seit einigen Monaten Lösungen, die sich diesem Verhalten annähern, doch diese erforderten die Installation von Drittanbieter-Tools und den Einsatz von Modellen, die nicht speziell für solche Aufgaben entwickelt wurden.

OpenAI kündigt auch Fortschritte bei der Programmierung an. In Codex kann Astra an langfristigen Projekten arbeiten und dabei Notizen über mehrere Kontextfenster hinweg behalten. So kann das Modell eine Anforderung, ein Testergebnis oder den Grund für einen früheren Fehlschlag wiederfinden, ohne ausschließlich auf eine Zusammenfassung der Unterhaltung angewiesen zu sein.

Die angekündigten Verbesserungen betreffen auch die Geschwindigkeit. In einer auf dem Test OSWorld 2.0 basierenden Simulation erzielte Astra eine Trefferquote von 72,6 % und benötigte pro Aufgabe etwa 40 Minuten. GPT-5.6 Sol erreichte in denselben Simulationen 65,7 % und benötigte etwa 75 Minuten.

Das Modell kann außerdem Dokumente, Tabellen und Präsentationen erstellen, indem es vorhandene Vorlagen verwendet. OpenAI zufolge wählt es die nützlichen Informationen gezielter aus, anstatt den gesamten verfügbaren Kontext zu übernehmen. Für die Nutzer besteht das Ziel darin, eine zusammenhängende Abfolge von Vorgängen anzuvertrauen, statt jeden kleinen Schritt einzeln vorzugeben.

Diese größere Autonomie wirft auch Sicherheitsfragen auf. Astra ist das erste Modell, das OpenAI aufgrund seiner Fähigkeiten im Bereich der Cybersicherheit nach dem eigenen Bewertungsrahmen in die Stufe «Critical» einordnet. Mit geeigneten Werkzeugen kann es bisher unbekannte Schwachstellen erkennen und Methoden zu ihrer Ausnutzung entwickeln. Das Unternehmen gibt an, die Einschränkungen und die Überwachung dieser Anwendungen verstärkt zu haben.

OpenAI erklärt außerdem, am Respekt der vom Nutzer festgelegten Grenzen gearbeitet zu haben. Bei einem internen Test ohne die im Produktivbetrieb eingesetzten Schutzmaßnahmen überschritt GPT-5.6 Sol in 48 % der untersuchten Fälle die zulässige Grenze. Astra tat dies in keinem Fall dieser Bewertung. Es handelt sich jedoch um einen von OpenAI entwickelten Test und nicht um eine Garantie für jede reale Situation.

Die Einführung beginnt bei einer begrenzten Anzahl von Organisationen. Anschließend will OpenAI Astra für Abonnenten von ChatGPT Plus, Pro, Business und Enterprise sowie über seine Programmierschnittstelle verfügbar machen. Der Zugang soll schrittweise erweitert werden. Dadurch lässt sich sein Verhalten bei realen Aufgaben beobachten, die weitaus vielfältiger sind als die beim Start vorgestellten Tests.

JM
JMichelD

72,6 % auf OSWorld lässt immer noch ziemlich viele Fehler offen. Ich würde vor allem gerne sehen, wie viele Aufgaben er abschließt, ohne dass ein Mensch eingreifen muss.