🍫 Kakao im US-Bundesstaat Georgia vor 1.000 Jahren konsumiert

DNA-Spuren zeigen, dass im heutigen US-Bundesstaat Georgia vor fast 1.000 Jahren Kakao konsumiert wurde.

Die Entdeckung stammt vom Fundort Etowah, einer ehemaligen indigenen Stadt im Südosten der Vereinigten Staaten. Archäologen hatten dort Keramikfragmente aus dem 11. und 12. Jahrhundert gefunden. Zwei dieser Fragmente enthalten winzige DNA-Sequenzen, die zum Kakaobaum Theobroma cacao gehören.

Geöffnete Kakaofrüchte, die die darin enthaltenen Bohnen zeigen.

Geöffnete Kakaofrüchte, die die darin enthaltenen Bohnen zeigen.
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Das Ergebnis ist aus einem einfachen Grund überraschend: Der Kakaobaum ist eine tropische Pflanze, die in Georgia nicht natürlich wächst. Der in Etowah gefundene Kakao oder ein daraus hergestelltes Produkt musste daher eine große Entfernung zurücklegen, bevor es den Fundort erreichte. Die genaue Route ist weiterhin unbekannt.

Diese Entdeckung klärt auch eine alte Unsicherheit. Eine frühere Analyse von 31 Keramikfragmenten aus Etowah hatte mehrere im Kakao vorkommende Substanzen nachgewiesen. Dieselben Moleküle kommen jedoch auch in der Yaupon-Stechpalme vor, einer einheimischen Pflanze, die zur Zubereitung eines koffeinhaltigen Getränks verwendet wurde. Die chemischen Analysen allein konnten daher keine eindeutige Antwort liefern.

Diesmal suchten die Forschenden direkt in drei Proben nach DNA des Kakaobaums. Nach der Sequenzierung und mehreren Filtern, mit denen andere Arten ausgeschlossen werden sollten, identifizierten sie in zwei Keramikgefäßen Sequenzen, die für Theobroma cacao (Kakaobaum) typisch sind. Die DNA-Fragmente waren sehr kurz und wiesen Merkmale auf, die zu altem und degradiertem genetischem Material passen.

Vorsicht bleibt dennoch geboten. Nur zwei Gefäße lieferten genügend kakaoeigene Sequenzen, um den von den Forschenden festgelegten Schwellenwert zu überschreiten. Die Keramik war nach ihrer Entdeckung in den 1950er-Jahren außerdem gewaschen worden. Das Team wandte daher strenge Verfahren an, um das Risiko einer Kontamination der Proben durch moderne DNA zu begrenzen.

Die archäologische Umgebung liefert eine weitere Information. Diese Keramikgefäße stammen aus Gruben, die Tierknochen, Keramikstücke und organische Überreste enthielten, die mit Festmahlen in Verbindung stehen. Die Gruben wurden später beim Bau des ersten großen Erdhügels von Etowah genutzt. Der Kakao könnte somit bei gemeinschaftlichen Zusammenkünften konsumiert worden sein.

Kakao war bereits deutlich weiter westlich nachgewiesen worden, insbesondere im Chaco Canyon im heutigen New Mexico. Etowah erweitert diesen Nachweis bis in den Südosten der Vereinigten Staaten. Dennoch gibt es bislang keine archäologischen Belege, anhand derer sich eine direkte Route zwischen Etowah und den Kakao produzierenden Regionen Mittelamerikas nachvollziehen lässt.

Die Forschenden wollen nun an weiteren Fundorten nach Kakao-DNA suchen. Keramik aus den Tälern von Ohio und Mississippi hatte in der Vergangenheit unter anderem Moleküle geliefert, die mit Kakao, aber auch mit der Yaupon-Stechpalme vereinbar sind. Die genetische Analyse könnte nun klären, ob Kakao vor der Ankunft der Europäer noch weiter in Nordamerika verbreitet war.