🚀 Der erste kommerzielle nukleare Satellit wurde in die Umlaufbahn gebracht

Veröffentlicht von Adrien,
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Start der Mission Transporter-17 mit dem Satelliten BOHR.
Quelle: SpaceX

Kernenergie im Weltraum ist nicht mehr nur staatlichen Behörden vorbehalten. Ein kleiner kommerzieller Satellit, der BOHR, ist gerade an Bord einer SpaceX Falcon 9-Rakete mit der Mission Transporter-17 in die Erdumlaufbahn gelangt. Dieser von City Labs entwickelte Cubesat markiert eine Premiere: Er trägt eine atomare Energiequelle, die ohne Sonnenlicht funktionieren kann.

Im Gegensatz zu den thermischen Generatoren der Voyager-Sonden, die die Wärme von Plutonium nutzen, fängt das NanoTritium von City Labs die bei der Tritium-Zerfall freigesetzten Elektronen ein. Ein Halbleiter wandelt diese Beta-Teilchen in Strom um und bietet so eine kontinuierliche Leistung ohne Abhängigkeit von der Sonne. Derzeit versorgt sich der Satellit BOHR noch nicht tatsächlich mit dieser Technologie: Er testet ihre Zuverlässigkeit im Orbit, während sein regulärer Betrieb noch auf Solarpaneelen beruht.

Diese Demonstrationsmission ebnet den Weg für Fahrzeuge, die permanente Schattenzonen wie die Krater am Südpol des Mondes erkunden können. Die NASA zielt mit dem Artemis-Programm auf diese Region ab, um eine nachhaltige Basis zu errichten. Das vorhandene Eiswasser könnte als Ressource abgebaut werden, doch die fehlende Beleuchtung für zwei Wochen oder sogar dauerhaft in den Kratertiefen erfordert eine autonome Energiequelle. City Labs sieht in Tritium eine kompakte und sichere Lösung zur Stromversorgung zukünftiger Anlagen.

Ein großer Vorteil von Tritium ist seine geringe Radioaktivität: Es handelt sich hier nicht um schwere Atome wie Uran oder Plutonium, sondern um ein einfaches Wasserstoffisotop, das leichteste überhaupt. Die Systeme von City Labs sind so konzipiert, dass sie gefahrlos gehandhabt, transportiert und in standardmäßige kommerzielle Trägerraketen integriert werden können. Das Unternehmen gibt an, dass die Technologie bereits für den regulären Einsatz zertifiziert ist. Der Satellit BOHR wurde zudem von der FAA genehmigt, eine Premiere für ein kommerzielles nukleares Raumfahrzeug.

Dieses Projekt, finanziert durch einen Vertrag des US-Verteidigungsministeriums, könnte die Einführung der Kernenergie in privaten und militärischen Weltraummissionen beschleunigen. Der CEO von City Labs, Peter Cabauy, erklärte, dass dieser Flug zeige, dass kompakte und zugelassene Nuklearsysteme für den üblichen kommerziellen Einsatz bereit seien. Die Zukunft der Weltraumforschung könnte auf diesen Mini-Atomkraftwerken beruhen.