Eine ungewöhnliche Entdeckung erreicht uns aus Südkorea: Ein Fossil eines jugendlichen Dinosauriers wurde gerade nach einer lokalen, sehr populären Zeichentrickfigur benannt.
Auf die Spur dieser Entdeckung auf der Insel Aphae kamen Forscher der University of Texas in Austin und des Korea Dinosaur Research Center. Sie wählten den Namen Doolysaurus für diesen kleinen Dinosaurier, in Anlehnung an Dooly, einen frechen grünen Dinosaurier, der in Südkorea allen Generationen bekannt ist. Darüber hinaus ist das Exemplar auch ein junges Individuum, was die Anspielung umso passender macht. Diese Identifizierung stellt die erste neue Dinosaurierart dar, die seit fünfzehn Jahren in dem Land entdeckt wurde.
Künstlerische Darstellung eines jugendlichen Doolysaurus huhmini, neben Vögeln und anderen Dinosauriern der Kreidezeit im heutigen Südkorea. Bildnachweis: Jun Seong Yi
Das Interesse an diesem Fossil liegt in der Verwendung einer hochmodernen Bildgebungstechnik. Während ein Großteil der Knochen noch in einem sehr harten Gestein eingeschlossen war, konnte eine Mikro-CT-Tomographie die vollständige Anatomie in nur wenigen Monaten enthüllen. Dieser Ansatz legte Schädelelemente frei, eine Premiere für ein koreanisches Fossil, sowie viele andere knöcherne Strukturen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar waren. Die Analyse wurde in einer spezialisierten Einrichtung der University of Texas durchgeführt.
Zum Zeitpunkt seines Todes etwa zwei Jahre alt, hatte das Exemplar die Größe eines Truthahns. Die Wissenschaftler schätzen, dass es wahrscheinlich von einem feinen Flaum bedeckt war. Seine Anatomie platziert es unter die Thescelosauridae, eine Gruppe zweibeiniger Dinosaurier, die in Ostasien und Nordamerika vorkommt. Die Untersuchung dünner Knochenquerschnitte bestätigte sein junges Alter und seinen Wachstumszustand zum Todeszeitpunkt.
Die Untersuchung des Fossils zeigte auch das Vorhandensein zahlreicher Magensteine, kleiner verschluckter Steine zur Unterstützung der Verdauung. Diese Beobachtung deutet darauf hin, dass das Tier eine gemischte Ernährung hatte, einschließlich Pflanzen, Insekten und kleiner Tiere. Die unversehrte Anordnung dieser leichten und leicht verschiebbaren Steine lässt vermuten, dass andere Teile des Skeletts im Inneren des Gesteinsblocks erhalten sein könnten, was den Weg für zukünftige Analysen ebnet.
Dieser technische Fortschritt eröffnet Perspektiven für die Paläontologie in Südkorea. Die beteiligten Forscher wenden nun die in Texas gelernten Scan-Methoden an, um andere lokale Fossilien zu untersuchen. Während das Land vor allem für seine Dinosaurier-Fußabdrücke und -Nester bekannt ist, deutet die Entdeckung von Doolysaurus darauf hin, dass vollständigere Skelette in den Gesteinsformationen versteckt sein könnten.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der systematische Einsatz der Tomographie zur Identifizierung neuer Exemplare auf der Insel Aphae und in anderen Regionen führen wird.
Skelettanatomie des jugendlichen Doolysaurus huhmini, mit Hervorhebung der gefundenen fossilen Knochen. Bildnachweis: Janet Cañamar, adaptiert von Jung et al. 2026.
Die offizielle Beschreibung von Doolysaurus huhmini wurde in der Fachzeitschrift Fossil Record veröffentlicht. Der zweite Name, huhmini, würdigt den koreanischen Paläontologen Min Huh für seine jahrzehntelange Arbeit.
Die Thescelosauridae, wenig bekannte Dinosaurier
Diese Familie von Vogelbeckensauriern, überwiegend pflanzenfressend und zweibeinig lebend, existierte während der Kreidezeit, hauptsächlich in dem Gebiet, das heute Ostasien und das westliche Nordamerika ist. Ihre Größe war im Allgemeinen bescheiden, oft verglichen mit der eines großen Hundes oder einer kleinen Antilope. Ihr äußeres Erscheinungsbild ist bis heute Gegenstand von Debatten.
Einige Entdeckungen, wie die von Doolysaurus, deuten darauf hin, dass mehrere Mitglieder dieser Gruppe von fadenartigen Strukturen bedeckt sein konnten, die einem Flaum ähnelten.
Ihre Ernährung scheint vielfältig gewesen zu sein. Das Vorhandensein von Magensteinen ist typisch für Tiere, die zähe Pflanzenmaterialien verzehren. Darüber hinaus deutet eine besondere Zahnmorphologie bei einigen Arten auch auf einen möglichen Verzehr von Insekten oder kleinen Wirbellosen hin.