❄️ Entdeckung: Grönland vor kurzem eisfrei und wird es bald wieder sein

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: Nature Geoscience
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Eine kürzliche Entdeckung zeigt, dass der Prudhoe Dome, eine Eiskuppel im Nordwesten des grönländischen Eisschildes, vor etwa 7.000 Jahren vollständig geschmolzen ist.

Doch diese Epoche, das Holozän, gilt als eine Ära mit relativ mildem und stabilem Klima. Das Verschwinden dieses Eises zu einem so jungen Zeitpunkt stellt daher unsere Vorstellungen über die Widerstandsfähigkeit dieser Formationen gegenüber einer moderaten Erwärmung infrage.


Bild Wikimedia

Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, bohrten Forscher des GreenDrill-Projekts durch das Eis bis zu den darunter liegenden Sedimenten. Die Analyse dieser Proben, veröffentlicht in Nature Geoscience, zeigt, dass das Grundgestein zwischen 6.000 und 8.200 Jahren vor unserer Zeitrechnung der Luft ausgesetzt war. Um diese Sedimente zu datieren, nutzte das Team eine Technik, die auf dem Licht basiert, das Minerale abgeben, wenn sie nach einer langen Zeit in der Dunkelheit freigesetzt werden. Diese präzise Methode bestätigt, dass die Schmelze während des Holozäns stattfand, einer Periode, in der die Temperaturen um 3 bis 5 Grad Celsius höher lagen als heute.

Diese Entdeckung hat direkte Auswirkungen auf den künftigen Anstieg der Meeresspiegel. Gebiete wie der Prudhoe Dome, die am Rande des Eisschildes liegen, sind besonders hitzeempfindlich. Ihr Abschmelzen könnte erheblich zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen. Die Wissenschaftler erklären, dass das Verständnis, welche Regionen zuerst schmelzen, hilft, lokale Risiken vorherzusehen und Prognosen zu verfeinern.

Die Durchführung des GreenDrill-Projekts erforderte einen erheblichen logistischen Aufwand mit Bohrkampagnen unter extremen Bedingungen. Die Forscher mussten mit Rissen im Eis und sehr niedrigen Temperaturen zurechtkommen und arbeiteten in isolierten Zeltlagern.

In Zukunft plant GreenDrill weitere Bohrungen und Analysen, um unser Wissen zu vertiefen. Die bereits gesammelten Bohrkernproben könnten Spuren alter Pflanzen enthalten und einen Einblick in die Umwelt Grönlands während warmer Perioden bieten. Diese Beobachtungsdaten sind wertvoll, um numerische Modelle zu kalibrieren, die das Abschmelzen des Eises simulieren. Sie liefern konkrete Referenzpunkte für die Beziehungen zwischen Erwärmung und Eisverlust.

Die Tatsache, dass ein erhöhtes Gebiet wie der Prudhoe Dome unter einem nur etwas wärmeren Klima als heute schmelzen konnte, zeigt seine Empfindlichkeit. Aktuelle Projektionen deuten darauf hin, dass vergleichbare Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts erreicht werden könnten, was es ermöglicht, die künftige Entwicklung dieser Region abzuschätzen.