🔭 Hubble fängt die Geburt von Sternen in einer riesigen Gaswolke ein

Veröffentlicht von Adrien,
Quelle: ESA/Hubble
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Ein aktuelles Bild des Hubble-Teleskops gewährt uns einen Einblick in das Herz von N159, einer riesigen Sternenwiege, wo das kosmische Schauspiel der Sternengeburt in voller Kraft enthüllt wird.

N159 liegt etwa 160.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Dorado und gehört zur Großen Magellanschen Wolke. Diese Zwerggalaxie, die unsere eigene umkreist, ist nah genug, dass Astronomen die Mechanismen der Sternentstehung mit großer Genauigkeit untersuchen können.


Dieses Hubble-Bild zeigt N159, eine massive Wolke, in der neue Sterne im kalten Wasserstoff geboren werden. Ihre intensive Strahlung beleuchtet die Wolke rot und erzeugt große Blasen, was die gewaltsame Dynamik der Sternengeburt illustriert.
Bildnachweis: ESA/Hubble & NASA, R. Indebetouw

Die Ausmaße dieser Wolke sind wahrhaft gigantisch: Sie erstreckt sich über mehr als 150 Lichtjahre. Um sich eine solche Größe vorzustellen, muss man eine Entfernung nahezu zehn Millionen Mal größer als diejenige zwischen uns und der Sonne betrachten. Diese kolossalen Dimensionen ermöglichen es solchen Regionen, über Millionen von Jahren eine Vielzahl von Sternen zu erzeugen.

Innerhalb dieses kalten Haufens, der hauptsächlich aus Wasserstoff besteht, zieht die Gravitationskraft das Gas allmählich zu immer dichteren Zentren. Wenn diese Zonen eine bestimmte Masse erreichen, kollabieren sie schließlich unter ihrer eigenen Schwerkraft und leiten die Kernreaktionen ein, die neuen Sternen Leben einhauchen. Diese neu entstehenden Sterne beginnen dann zu leuchten, während sie noch in dem Material verborgen bleiben, das ihnen zur Geburt verhalf.

Die Strahlung der massereichsten und heißesten Sterne regt den umgebenden Wasserstoff an und bringt ihn zum Leuchten in einem charakteristischen rötlichen Schein. Das Hubble-Teleskop ist besonders geeignet, diese Emission zu erfassen, was Wissenschaftlern ermöglicht, die Gebiete mit der intensivsten Sternentstehungsaktivität zu kartieren. Diese Fähigkeit eröffnet ein Fenster zu den frühesten Phasen der Sternexistenz.

Die Wirkung der jungen Sterne beschränkt sich nicht nur auf dieses Licht. Tatsächlich drängen ihre energiereiche Strahlung und ihre Sternwinde, bestehend aus Partikelströmen, das umliegende Gas zurück und formen so Blasen und Hohlräume innerhalb der Wolke. Dieser Mechanismus, der als stellare Rückkopplung bezeichnet wird, kann die Entstehung anderer Sterne in der Nähe unterbrechen, während er andernorts neue anstoßen kann, und so die kosmische Umgebung ständig umgestalten.

Eine kürzliche Beobachtungskampagne von Hubble hat eine zusätzliche Wellenlänge in das Bild von N159 integriert und so die Sichtbarkeit des heißen Gases um die Sterne herum verbessert. Diese Methode bietet eine genauere Sicht darauf, wie junge Sterne ihre Geburtsstätte im Laufe der Zeit verändern.

Wasserstoff, das grundlegende Element des Universums


Wasserstoff ist das häufigste Element im Universum und macht etwa 75 % seiner Atommasse aus. Bereits in den ersten Momenten nach dem Urknall vorhanden, spielt es eine zentrale Rolle beim Aufbau kosmischer Strukturen. In Wolken wie N159 verdichtet er sich unter dem Einfluss der Schwerkraft, um Sterne zu erzeugen, und dient als Brennstoff für die Kernreaktionen, die sie antreiben.

Sein einfaches Atom, mit nur einem Proton und einem Elektron, macht es anfällig für die extremen Bedingungen des Weltraums. Unter dem Einfluss von Sternenstrahlung emittiert es Licht in bestimmten Farben, wie das von Hubble eingefangene Rot. Diese Eigenschaft ermöglicht es Astronomen, seine Verteilung nachzuverfolgen und die Bewegungen innerhalb von Sternenwiegen in Galaxien zu untersuchen.

Wasserstoff tritt in verschiedenen Zuständen auf, insbesondere molekular in kalten Wolken und ionisiert in der Nähe heißer Sterne. Seine Transformationen im Laufe des stellaren Zyklus beeinflussen die chemische Entwicklung des Universums, indem sie das interstellare Medium mit schwereren Elementen anreichern, die von den Sternen geschmiedet werden. Somit bildet er eine Verbindung zwischen den Generationen von Sternen und der wachsenden Struktur der kosmischen Materie.