✈️ Dieses Elektroboot verlässt das Wasser und fliegt in 10 Metern Höhe

Ein ungewöhnliches Elektrofahrzeug ist mit zwei Personen an Bord vom Fahren zum Fliegen übergegangen.

Am 2. September hob der Viceroy-Prototyp von REGENT über der Narragansett Bay im US-Bundesstaat Rhode Island ab. Zwei Personen befanden sich an Bord. Das Fahrzeug legte 596 m in 30 Sekunden im Flug zurück, etwa 10 m über dem Wasser. Es war sein erster Flug mit Besatzung.

Der Viceroy ist jedoch weder ganz ein Flugzeug noch einfach ein Boot. Bei niedriger Geschwindigkeit schwimmt sein Rumpf ganz normal. Beim Beschleunigen hebt er sich mithilfe von Unterwasserflügeln, sogenannten Hydrofoils, an. Diese verringern den Kontakt mit dem Wasser und ermöglichen eine höhere Geschwindigkeit.

Sobald das Fahrzeug schnell genug ist, verlässt es das Wasser vollständig. Seine großen Flügel halten es dann sehr nah an der Oberfläche in der Luft. In dieser Höhe erhöht die zwischen den Flügeln und dem Wasser komprimierte Luft den Auftrieb. Dieses als Bodeneffekt bezeichnete Phänomen ermöglicht das Fliegen mit weniger Energie als in größerer Höhe.

Die Fahrt verläuft also in drei Phasen: schwimmen, auf den Hydrofoils gleiten und anschließend fliegen. Das Fahrzeug bleibt ausschließlich über dem Wasser. Ein Computersystem steuert seine Stabilität automatisch. Laut REGENT behält der Kapitän dadurch Bedienelemente, die denen eines Bootes ähneln: drehen, beschleunigen oder abbremsen.

Dieser erste Flug war bewusst sehr kurz. Er sollte vor allem überprüfen, ob ein Prototyp in Originalgröße diesen letzten Schritt mit Personen an Bord durchführen konnte. REGENT hatte den Viceroy bereits auf dem Wasser getestet. Das Unternehmen hatte außerdem die kleinere und unbemannte Squire fliegen lassen.

Flugtest des Viceroy

Die für den Transport vorgesehene Version soll 12 Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder aufnehmen. REGENT gibt eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 290 km/h und eine Reichweite von bis zu 290 km an. Diese Werte entsprechen jedoch den geplanten Eigenschaften des kommerziellen Fahrzeugs und nicht den während dieses ersten Flugs über 596 m erreichten Leistungen.

Die Entscheidung, nahe am Wasser zu fliegen, erfordert außerdem eine ganz andere Nutzung als bei einem klassischen Flugzeug. In den Vereinigten Staaten stellt REGENT den Seaglider als ein von Seeleuten gesteuertes Schiff dar, das der US Coast Guard untersteht. Ziel ist es insbesondere, Küstenstädte schnell miteinander zu verbinden und dabei die vorhandene Hafeninfrastruktur zu nutzen.

Das Programm tritt nun in eine neue Phase von Tests auf See und in der Luft ein. Der Prototyp muss deutlich längere Tests als diese ersten 30 Sekunden absolvieren. Anschließend plant REGENT eine Produktion in größerem Maßstab für zivile und militärische Anwendungen.